"Fantasy-Lexikon Xena, Conan, Artus, Der kleine Hobbit - Mythen Legenden und Sagen der Fantasy "
von Marcel Feige
Taschenbuch Broschur A5, 384 Seiten, 48 Fotos und Zeichnungen,
Erschien im
Februar 2000 Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Preis: DM
29,80 DM

Rezension: Linda Budinger

Das Lexikon bietet eine breite Palette der Werke und Schöpfer der Fantasy sowie artverwandter Genres. Von den Druckwerken (Bücher, Erzählungen, Heftromanreihen, Comics, Magazine) über die Spiele (Rollen- und Brettspiele, Computer- und Sammelkartenspiele) bis zu den flimmernden und gemalten Bildern (Kino und TV, Graphik/Illustration) werden alle Aspekte der Fantasy angesprochen.
Auch die Randgebiete zu Phantastik, Historie, Mythen und Märchen werden dabei nicht ausgeklammert. Organisiertes Fantum (Fandom) findet ebenfalls Erwähnung, sofern es sich um große Clubs und Vereinigungen handelt.
Nicht besprochen werden die Science Fiction und der Horror, somit haben wir eine saubere Trennung der Subgenres, die sich höchstens in der Schnittmenge der angeführten Science Fantasy oder Dark Fantasy treffen.
Marcel Feige hat die Gratwanderung gemeistert, nicht nur eine Würdigung der angloamerikanischen Fantasy, sondern auch ein entsprechendes Bild der europäischen Kreativengarde zu präsentieren. Die Begründer des phantastischen Genres aus dem letzten Jahrhundert und Klassiker wie Shakespeare sind bei der Aufzählung ebensowenig vergessen worden.
Das Lexikon ist sorgfältig redigiert, und ich konnte nur durch Zufall einen Tippfehler entdecken. Zusammenfassungen von Romanzyklen und Comics machen neugierig auf die Vorlagen, die Beschreibungen der Brettspiele laden zum Spieleabend ein und die Vorstellung der Filme/Serien verlockt zu der Beschäftigung damit.
Einen formalen Mangel kann ich leider nicht unerwähnt lassen. Die Sortierung erfolgt nach dem ersten Buchstaben des kompletten Titels, nicht, wie im lexikalischen Bereich sinnvoll, nach dem ersten Hauptwort. So kommt es, daß die Titel unter D etwa von Der Dieb von Bagdad bis zu Der kleine Hobbit reichen.

Fazit: Es macht vor allem Spaß, im Lexikon zu blättern und überall hineinzulesen. Der Ton ist locker und manchmal etwas schnodderig, die Infos sind jedoch seriös und ausreichend. Auch der schon ältere Fan entdeckt noch Neues und Wissenswertes zu seinem Hobby. Für Neulinge in Fantasykreisen eine gute Gelegenheit zum Quellenstudium und nützlicher Überblick dazu, welcher Stoff schon dagewesen ist und wie er künstlerisch ausgeformt wurde. Selbstredend kann ein solches Lexikon nicht vollständig sein und ist quasi von Tag des Erscheinens auch wieder veraltet. Aber ein zuverlässiges Nachschlagewerk mit den bis dato wichtigsten Eckpunkten, Namen und auch Kuriosem liegt sicher vor.


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