Die Geschichte vom kleinen Weihnachtsbaum

von Peter Mennigen

 

Kurz vor Weihnachten gehen Ketchup und sein Vetter Blödel in die Stadt. Sie suchen einen Tannenbaum für das Weihnachtsfest aus. Aber als sie zu dem Händler kommen, steht nur noch ein ganz kleiner, krummer Baum da, den keiner haben will.

„Nein, den möchte ich auch nicht haben“, brummt Blödel. „Der ist nicht schön genug für das Weihnachtsfest.“

„Wir können ihn mit Lametta, bunten Kugeln und elektrischen Kerzen so voll hängen, dass man den krummen Stamm und die kahlen Äste nicht mehr sieht“, schlägt Ketchup vor. „Oder wir bemalen ihn mit Goldbronze. Dann gefällt er dir bestimmt.“

„Nein, ich hätte lieber einen großen Baum, dessen Spitze bis zur Zimmerdecke ragt,“ beharrt Blödel. „Einen mit geradem Stamm und dichten Ästen.“

„So einen hätte das Christkind damals in Bethlehem sicher auch gerne gehabt“, meint Ketchup. „Aber es hatte überhaupt keinen Weihnachtsbaum in dem kalten Stall. Noch nicht mal so einen kleinen wie den hier. Nur ein bisschen Stroh.“

„Das stimmt“, überlegt Blödel. „Das arme Christkind konnte ja nichts dafür, dass es keinen Weihnachtsbaum bekommen hat. Und der kleine Tannenbaum kann genauso wenig dafür, dass er klein und krumm ist. Ich glaube, er würde sich freuen, wenn ihn jemand als Weihnachtsbaum mit nach Hause nimmt.“

„Ja, das glaube ich auch“, stimmt Ketchup zu. „Weihnachten geht es darum, jemandem eine Freude zu bereiten. Und wenn es nur einer kleinen Tanne ist, die keiner haben will.“

Ketchup und Blödel kaufen das Bäumchen und nehmen es mit nach Hause.

„Und wir hängen unseren Baum auch nicht mit Lametta, Kugeln und elektrischen Birnchen zu“, beschließt Blödel unterwegs. „Und malen ihn auch nicht Gold an. Ein paar Wachskerzen genügen.“

„Ja“, freut sich Ketchup. „Einen Weihnachtsbaum braucht man nicht zu schmücken. Er ist auch so schön.“

 E N D E

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