RATGEBER EURO DIE 20 WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN ZUM NEUEN GELD INHALT Auftakt WILLKOMMEN IM EUROLAND! Neues Bargeld MIT DIESEN SCHEINEN UND MÜNZEN WERDEN SIE ZAHLEN Umrechnungsschlüssel 1 WIE RECHNE ICH KORREKT UM? Einkaufen 2 WERDEN BEI DER EURO-UMSTELLUNG DIE PREISE STEIGEN? Euro-Fahrplan 3 WIE LANGE GELTEN D-MARK UND EURO PARALLEL? Verbraucher 4 WAS ÄNDERT SICH IM EURO-ALLTAG? Verträge und Gesetze 5 MÜSSEN VERTRÄGE NEU VERHANDELT WERDEN? Bauen und Wohnen 6 WAS ÄNDERT SICH FÜR "HÄUSLEBAUER" UND MIETER? Geldanlage 7 WAS WIRD AUS MEINEN ERSPARNISSEN? Reisen 8 MACHT DER EURO DEN URLAUB BILLIGER? Steuern 9 AB WANN MUSS ICH DIE STEUERERKLÄRUNG IN EURO ABGEBEN? Verbraucherschutz 10 WIE WERDEN DIE VERBRAUCHER GESCHÜTZT? Europäische Zentralbank 11 WER WACHT ÜBER EINEN STABILEN EURO? Bundesbank 12 WAS WIRD EIGENTLICH AUS DER BUNDESBANK? Stabilitätspakt 13 WIE WIRD AUF DAUER FÜR STABILITÄT GESORGT? Arbeitsplätze 14 VERÄNDERT DER EURO DIE ARBEITSWELT IN EUROPA? Globalisierung 15 WELCHE ROLLE WIRD DER EURO IN DER WELTWIRTSCHAFT SPIELEN? Umstellungskosten 16 WAS KOSTET DIE EINFÜHRUNG DES NEUEN GELDES? Gelddruck 17 WAS KOSTET DIE HERSTELLUNG DES NEUEN GELDES? Zukunftsperspektive 18 WANN KOMMEN NEUE EURO-TEILNEHMERLÄNDER DAZU? Euro und Dollar 19 WELCHE ROLLE SPIELT DER AUSSENWERT DES EURO ? Europäische Union 20 BRINGT DER EURO DYNAMIK IN DIE EUROPÄISCHE EINIGUNG? Euro-ABC KLEINES LEXIKON ZUR WÄHRUNGSUNION
AUFTAKT
WILLKOMMEN IM EUROLAND!
Seit dem 1. Januar 1999 ist die europäische Währungsunion
in Kraft. Der Euro ist unsere Währung; die D-Mark dient uns bis
2002 als Bargeld und als gesetzliches Zahlungsmittel. Jetzt leben wir
im Euroland. Der Euro ist mehr als neues Geld, er verbindet 290 Millionen
Menschen aus 11 europäischen Ländern. Dazu gehören neben
Deutschland: Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg,
die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Weitere Länder
der Europäischen Union werden in den nächsten Jahren voraussichtlich
beitreten. Die Europäische Union hat gegenwärtig 15 Mitgliedstaaten.
Vier EU-Länder waren beim Euro-Start noch nicht dabei: Dänemark,
Griechenland, Großbritannien und Schweden. Auf lange Sicht werden
auch die heutigen Beitrittskandidaten, z.B. Polen, Ungarn und die Tschechische
Republik nach ihrem EU-Beitritt zum Euroland gehören.
"Wo Geld vorangeht, sind alle Wege offen", sagte schon Shakespeare
in den "Lustigen Weibern von Windsor". Gemünzt auf die
aktuelle Einführung der europäischen Währung könnte
dies heißen: Seit es mit dem Euro vorangeht, sind die Wege ins
21. Jahrhundert offen. Gemeinsamer Binnenmarkt und Währung werden
auch die politische Einigung Europas vorantreiben. Die gemeinsame Währung
wird Europa verändern. Die Einwohner von "Euroland" bleiben
Deutsche, Franzosen, Italiener, usw. aber sie werden sich zunehmend
als Europäer fühlen. Die Wirtschaft wird weiter zusammenwachsen.
Der Euro stärkt den Zusammenhalt der Europäer.
In den Staaten, die an der Währungsunion teilnehmen, ist der Euro
die einheitliche und alleinige Währung. Die bisher dort gültigen
Zahlungsmittel sind rechtlich keine eigenständigen Währungen
mehr, sondern nur Untereinheiten des Euro, also andere Bezeichnungen
für Euro mit anderem Wert. So wie man eine Mark in 100 Pfennig
unterteilen kann, so unterteilt man einen Euro in 1,95583 DM oder in
166,386 Peseten. Die nationalen Währungseinheiten bleiben nur so
lang gesetzliche Zahlungsmittel, bis es den Euro als Bargeld geben wird,
also bis Anfang 2002. Erst dann kann der Euro gesetzliches Zahlungsmittel
werden.
Für die Bürger bringt die Umstellung auf den Euro viel Neues.
Dieser Ratgeber soll dabei helfen, sich auf die neue Situation einzustellen.
Die Währungsunion bietet Chancen und Risiken. Über beides
muß sachlich informiert und beraten werden. Vor allem darf es
kein Informationsgefälle zu Lasten der Verbraucher oder der Sparer
geben. Der Ratgeber geht auf die Fragen ein, die Bürger am häufigsten
stellen. Die Antworten führen mitten hinein in die Aufgabe, sich
auf das neue Jahrhundert vorzubereiten. Den bevorstehenden Neuerungen
- nicht nur beim Geld - müssen sich in Europa Politik und Wirtschaft,
aber auch die Bürgerinnen und Bürger aktiv stellen. Der Euro
wird neben dem Dollar und Yen eine Währung mit Weltgeltung. Er
wird ein größeres Gewicht gewinnen als die einzelnen nationalen
Währungen zusammen. Die im Euroland vereinigten elf Staaten exportieren
fast 25 Prozent mehr als die USA und doppelt soviel wie Japan. Euroland
hat die größte Bevölkerung aller drei Wirtschaftsräume:
Hier wohnen rund 295 Millionen Menschen gegenüber 270 Millionen
in den USA und 126 Millionen in Japan. Der Euro ist zu einem Zeitpunkt
rasanter Globalisierung unserer Volkswirtschaften gestartet. Das weltweite
Zusammenwachsen der Märkte für Waren, Dienstleistungen und
Kapital ist zu einem bestimmenden Faktor der weltwirtschaftlichen Entwicklung
geworden. Der Euro ist eine strategische Antwort auf die Globalisierung
mit ihren Chancen und Gefahren.
Für die Bürger kommt es darauf an, in den nächsten Jahren
die Umstellung von der Mark auf den Euro zu bewältigen. Jetzt heißt
es für alle: Mit dem Euro leben lernen.
NEUES BARGELD
MIT DIESEN SCHEINEN UND MÜNZEN WERDEN SIE ZAHLEN
Der Euro nimmt Gestalt an. Die mit Spannung erwarteten neuen Geldscheine
wurden am 13. Dezember 1996 auf dem EU-Gipfel in Dublin der Öffentlichkeit
vorgestellt. Die neuen Banknoten sind das Ergebnis eines professionellen
Wettbewerbs unter der fachmännischen Regie des Europäischen
Währungsinstituts (EWI). Weil die Experten-Jury von vornherein
auf die größtmögliche Akzeptanz bei sämtlichen
Benutzern der Euro-Banknoten abzielt, ging der Entscheidung eine Meinungsumfrage
über die einzelnen Entwürfe voraus. Befragt wurden Privatpersonen
und Leute, die berufsmäßig mit großen Bargeldbeträgen
umgehen, z.B. Taxifahrer und Bankkassierer.
Schauen Sie sich die Entwürfe genau an, denn mit diesen Geldscheinen
werden Sie ab dem 1. Januar 2002 bezahlen! Die neuen Euro-Scheine zeigen
Zeitalter und Stile in Europa. Jeder der sieben Scheine steht für
eine Epoche der europäischen Kulturgeschichte - in der Zusammenschau
ein kleines Geschichts-Album. Die Banknotenserie schlägt die Brücke
von der Vergangenheit in die Zukunft. Sie vermittelt den Aufbruch in
das neue, vereinigte Europa mit seinem gemeinsamen Kulturerbe. Das ansonsten
sachlich unterkühlte Europäische Währungsinstitut erblickt
sogar die "Vision von einer gemeinsamen Zukunft im kommenden Jahrhundert."
Die Geld-Designer wollten keinerlei Anlaß bieten für nationale
Eifersüchteleien. Deshalb wurde auf prominente Köpfe oder
berühmte nationale Bau- und Kunstwerke bewußt verzichtet.
Die Motive - Fenster, Tore und Brücken - haben keinen Bezug zu
ganz bestimmten Denkmälern, sondern stehen stellvertretend für
Stilelemente, die in ganz Europa zu finden sind.
Über die Festlegung weiterer technischer Details und die Einbeziehung
modernster Sicherheitsmerkmale (z.B. Sicherheitsfaden, reflektierende
Folien) hat 1998 die neue Europäische Zentralbank entschieden.
Die neue Notenserie ist insgesamt ein gelungener Wurf.
Beim neuen Geld wird Verbraucherschutz groß geschrieben und alles
getan, Geldfälschern und Gaunern das Handwerk zu erschweren. Hier
ist auch an die sieben Millionen sehbehinderten Menschen in der EU gedacht
worden. Vier Merkmale der neuen Scheine werden den Sehbehinderten -
aber auch vielen alten Menschen - die Unterscheidung zwischen den einzelnen
Banknoten erleichtern:
Unterschiedliche Abmessungen der Banknoten: Je höher der Wert,
desto größer die Banknoten. In deutlichen Stufungen reicht
die Größe der Geldscheine vom 12 x 6,2 cm kleinen Fünfer
bis zum 16 x 8,2 cm großen Fünfhunderter.
Hauptfarben der Banknoten: Ähnliche Farben bei verschiedenen Banknoten
bedeuten Verwechslungsgefahr. Da vergreift man sich leicht zu seinem
Nachteil. Anders beim Euro: Jeder Geldschein erhält durch eine
markante Hauptfarbe sein unverwechselbares Gepräge. Die Palette
reicht von Grau für den 5er, über Rot für den 10er, Blau
für den 20er, Orange für den 50er, Grün für den
100er, Gelblich-braun für den 200er bis zu Lila für den 500er
Euro. Was manche auf den ersten Blick als zu bunt empfinden, dient in
Wirklichkeit der Unterscheidbarkeit - und damit dem Verbraucherschutz.
Tasteigenschaften des Drucks: Gut tastbare Zeichen helfen den Sehbehinderten,
die einzelnen Stückelungen zu unterscheiden. Stichtiefdruck ermöglicht
den Druck eines deutlich tastbaren Farbreliefs. Die Tastzeichen werden
am Rand oder in einer Ecke der Banknoten plaziert.
Deutlich erkennbare und lesbare Ziffern: Prägnant und in klarer
Absetzung vom Bildmotiv erscheinen großformatig die Ziffern des
jeweiligen Geldwertes stets an gleicher Stelle. Diese Ziffern (5, 10,
20, etc.) helfen überdies, die Richtung zu bestimmen, in der die
Banknoten in Automaten einzuführen sind.
Der Fünfer
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen / alle Grafiken
in Originalgröße!!)
Der Fünfer ist der kleinste Schein (12 x 6,2 cm) und zugleich der
unscheinbarste: Die Hauptfarbe ist grau. Das dargestellte Tor ist ein
Stilelement aus der Klassik, also aus der griechisch-römischen
Antike. Das ist ein Verweis auf die historischen Wurzeln Europas. Das
Tor ist zugleich ein aktuelles Symbol für den Geist der Offenheit,
der die Zusammenarbeit in der heutigen Europäischen Union prägen
soll.
Der Zehner
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen)
Der neue Zehner (12,7 x 6,7 cm) weist als markantestes Kennzeichen ein
kräftiges Rot auf. Am runden Torbogen erkennt man den romanischen
Stil, die Epoche des frühen Mittelalters. Das ist ein typisches
Architekturelement für Kirchen, die etwa 1000 Jahre alt und als
gemeinsames Kulturerbe in ganz Europa zu finden sind. Wie auch auf den
anderen Scheinen sind die zwölf Sterne der Europäischen Union
mit abgebildet.
Der Zwanziger
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen)
Beim blauen Zwanziger (13,3 x 7,2 cm) repräsentiert sein Design
die Epoche der Gotik, leicht zu erkennen am Spitzbogen der Fenster auf
der Vorderseite oder am Strebewerk der Brückenpfeiler auf der Rückseite.
Das Fenster ist ein Symbol für den Ausblick auf das vereinte Europa
im neuen Jahrhundert.
Der Fünfziger
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen)
Der Fünfziger (14 x 7,7 cm), Farbe orange, zeigt Elemente aus der
Renaissance, der Zeit des Epochenwandels vom Mittelalter zur Neuzeit.
Es war die Zeit von Leonardo da Vinci, Michelangelo und Albrecht Dürer.
Die Renaissance begann in Italien und strahlte nach 1500 auf alle europäischen
Länder aus.
Der Hunderter
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen)
Der Euro-Hunderter (14,7 x 8,2 cm) ist unverwechselbar grün. Für
die Deutschen ist der Abschied vom blauen Hunderter gewöhnungsbedürftig.
Das Tor steht für den Barock-Stil und die dazugehörende Lebensfreude.
Der Zweihunderter
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen)
Beim Zweihunderter (15,3 x 8,2 cm) dominieren gelblich-braue Farbtöne.
Er zeigt Elemente der Eisen- und Glasarchitektur. Auf der Rückseite
sieht man eine Eisenbahnbrücke, die in dieser Form zu Beginn des
20. Jahrhunderts überall in Europa gebaut wurde. Die auf allen
Scheinen abgebildeten Brücken auf der Rückseite gilt als Sinnbild
für die Verbindungswege zwischen den Völkern Europas.
Der Fünfhunderter
(hier Grafik Vorder- und Rückseite einfügen)
Der Fünfhunderter ist mit einem Format von 16 x 8,2 Zentimetern
der größte Schein, einen Tausender wird es nicht geben. Sein
Kennzeichen ist die Farbe lila. Er zeigt Symbole moderner Architektur
am Ende des 20. Jahrhunderts. Außerdem sieht man auf der Rückseite
- ebenfalls in der Farbe lila - eine stilisierte Europa-Landkarte. Dieses
Karten-Element weisen alle Scheine auf.
Das Euro-Zeichen
(hier Grafik einfügen)
Das Zeichen der neuen Währung ist ein ... mit markantem Doppel-Querstrich.
Dieses Markenzeichen für den Euro hat einen hohen Wiedererkennungswert
und wird in einigen Jahren eine ähnliche weltweite Bekanntheit
erreichen wie das Dollarzeichen $. Das ... ist als Abkürzung für
den Euro von großer praktischer Bedeutung und wird in Zukunft
auf keiner neuen Computer- und Schreibmaschinentastatur fehlen.
Hinweis: Bei der Abbildung von Scheinen und Münzen auf den folgenden
Seiten sind aus Sicherheitsgründen nicht alle Einzelheiten und
Sicherheitsmerkmale wiedergegeben.
Die neuen Münzen
(Text unverändert, die Scheine um 30 Prozent verkleinern)
Die neuen Münzen
Der Euro kommt, man kann die neue Währung für bare Münze
nehmen. Ab dem 1. Januar 2002 wird das neue Bargeld eingeführt.
Dann können die Bürger auch mit den neuen Münzen bezahlen.
Es kommt eine Achter-Serie mit 1 - 2 - 5 - 10 - 20 - 50 Cent sowie 1
und 2 Euro. Diese Münzabfolge macht in Zukunft kleinere Bargeldzahlungen
so einfach wie möglich. Der EU-Gipfel in Amsterdam gab im Juni
1997 "grünes Licht" für die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten.
In den 15 Mitgliedstaaten der EU sind derzeit rund 70 Milliarden Münzen
in Umlauf. Angesichts dieser Menge ist die praktische Organisation der
Münzherstellung und -ausgabe eine logistische Herausforderung ohne
Beispiel. Die Herstellung wird drei Jahre in Anspruch nehmen.
Die Gestaltung hat einen besonderen Ausgangspunkt: Die Vorderseite der
Geldstücke zeigt den Wert an und ist europäisch einheitlich,
die Rückseite gestaltet jedes Land mit eigenen nationalen Motiven.
Für die gemeinsame Seite wurde ein europäischer Wettbewerb
ausgeschrieben, den der belgische Geld-Designer Luc Luycx gewonnen hat.
Die Zuständigkeit für die Münzausgabe liegt - anders
als bei den Banknoten - bei den Mitgliedstaaten.
Beim neuen Geld wird Verbraucherschutz groß geschrieben. Die Cent-
und Euro-Stücke sind leicht zu handhaben und zu erkennen. Sie unterscheiden
sich deutlich in Größe, Gewicht, Material, Farbe und Dicke.
Der Wert ist deutlich in großen Ziffern eingeprägt. Auf Initiative
des Europäischen Parlaments wird auch der Gesundheitsschutz verbessert:
Auf das umstrittene Nickel (allergieauslösende Wirkung), das bisher
in drei Viertel aller Legierungen enthalten ist, wird weitgehend verzichtet.
Die Münz-Serie besteht aus drei Reihen, die nachfolgend vorgestellt
werden.
Die drei kleinen Münzen
(hier die drei Münzen 1, 2 und 5 Cent einfügen)
Die drei kleinsten Münzen enthalten in großen Ziffern die
Wertangaben 1, 2 und 5 Cent. Wegen der Kupferauflage ist die Farbe rot
- ähnlich wie beim deutschen Pfennig. Auch an der Größe
der kleinsten Münze ändert sich nichts: Der Cent hat einen
Durchmesser von gut 16 Millimetern und wiegt 2,2 Gramm. Größe
und Gewicht steigen mit dem Wert. Zum Vergleich: Das 2-Euro-Stück
hat knapp 26 Millimeter Durchmesser und wiegt 8,5 Gramm. Auffälligstes
Design-Element ist ein Globus, der Europas Lage in der Welt markiert.
Auf allen Geldstücken wird die Europäische Union durch zwölf
Sterne repräsentiert.
Die drei mittleren Münzen
(hier die drei Münzen 10, 20 und 50 Cent einfügen)
Die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen sind messinggelb. Die Farbe ergibt
sich aus der Legierung "Nordisches Gold", bei der auf das
allergieauslösende Nickel verzichtet wird. Diese Reihe enthält
die Umrisse der EU-Staaten als Relief. Besonders markant ist das Zwanziger-Stück.
Es hat die Form der "Spanischen Blume" mit sieben Einkerbungen
am Rand. Das ist ein praktisches Stück Verbraucherfreundlichkeit,
weil so auch Sehbehinderte und Blinde die neuen Münzen einfach
erkennen können.
Die zwei großen Münzen
(hier die zwei Münzen 1 und 2 Euro einfügen)
Neu und gewöhnungsbedürftig für die Deutschen sind Geldstücke
in Bimetall. Auffälligstes Merkmal der 1- und 2-Euro-Münzen
ist die Kombination der beiden Farben Gold/Silber. Diese Farbkombination
gewährleistet zusammen mit einem komplexen Herstellungsverfahren
in drei Schichten Fälschungssicherheit auf dem neuesten Stand der
Technik. Die beiden Euro-Münzen stellen die Europäische Union
ohne Landesgrenzen dar und stehen für ein modernes Europa ohne
Grenzen. Für den Verbraucher leicht zu erkennen ist auch der Münzwert.
Während beim 2-Mark-Stück die Zahl 2 klein und unscheinbar
zu sehen ist, sind bei den Euro-Münzen die Werte deutlich und in
großen Ziffern eingeprägt.
Deutsche Seiten der Münzen
(Hier die drei Entwürfe einfügen/bei 1 und 2 Euro Farbe beachten!)
Der typisch deutsche Eichenzweig, Brandenburger Tor und Bundesadler
schmücken die nationale Seite der Euro-Münzen in Deutschland.
Der Eichenzweig wird die Reihe der kleinen Münzen (1 - 2 - 5 Cent)
zieren. Das Berliner Wahrzeichen wird auf der Rückseite der mittleren
Reihe (10 - 20 - 50 Cent) prangen. Der Bundesadler, das traditionelle
deutsche Hoheitssymbol, wird auf den großen Münzen zu sehen
sein (1 und 2 Euro). Auf allen Münzen werden die deutschen Symbole
von den zwölf Europa-Sternen eingerahmt.
UMRECHNUNGSSCHLÜSSEL
1 WIE RECHNE ICH KORREKT UM?
Seit dem 1. Januar 1999 gilt der Euro als Währung in der Europäischen
Währungsunion. Der amtliche Umrechnungskurs Euro/D-Mark steht ein
für alle mal fest. Er enthält fünf Stellen hinter dem
Komma:
1 Euro = 1,95583 DM.
Die endgültige Fixierung gilt nicht nur für die D-Mark, sondern
für alle Währungen der 11 Euro-Teilnehmer. Der Kurs ergibt
sich aus folgender Tabelle:
LAND WÄHRUNG UMRECHNUNGSKURS
Belgien Belgischer Franken 1 Euro = 40,3399 BEF
Deutschland Deutsche Mark 1 Euro = 1,95583 DEM
Finnland Finnmark 1 Euro = 5,94573 FIM
Frankreich Französ. Franken 1 Euro = 6,55957 FRF
Irland Irisches Pfund 1 Euro = 0,787564 IEP
Italien Italienische Lira 1 Euro = 1936,27 ITL
Luxemburg Luxemburg. Franken 1 Euro = 40,3399 LUF
Niederlande Niederländ. Gulden 1 Euro = 2,20371 NLG
Österreich Österreich. Schilling 1 Euro = 13,7603 ATS
Portugal Portugies. Escudo 1 Euro = 200,482 PTE
Spanien Spanische Peseta 1 Euro = 166,386 ESP
So rechnen Sie richtig: Erster Schritt: Alle Beträge werden nach
dem amtlichen Kurs korrekt umgerechnet. Man muß also stets den
Kurs 1 Euro = 1,95583 verwenden. Dieser Betrag darf nicht gerundet werden.
Zweiter Schritt: Das Ergebnis wird auf Pfennig bzw. Cent kaufmännisch
auf- oder abgerundet, das heißt auf zwei Stellen hinter dem Komma.
Bekanntlich runden Kaufleute dabei bis 4 ab, ab 5 wird aufgerundet.
Beispiel: Ein Betrag von 12 Euro entspricht korrekt umgerechnet 23,46996
D-Mark. Nach der Rundungsregel ergibt sich ein Betrag von 23,47 D-Mark.
Anderes Beispiel: aus einem Betrag von 80.- D-Mark werden zunächst
40,90335 Euro und nach Anwendung der Rundungsregel 40,90 Euro. Es handelt
sich um eine wertneutrale Umstellung aller Geldwerte in die neue Währung.
Die Kaufkraft bleibt unverändert. Beispiele: Alle Guthaben und
Schulden, Löhne und Gehälter, Renten und Pensionen, Kredite
und Hypotheken, Mietzahlungen und -einnahmen werden exakt nach diesem
Kurs umgerechnet. Beispiele für doppelt ausgezeichnete Preise:
D-MARK EURO
Butter, 250 g 1,80 0,92
Benzin, 50 Liter 80 40,90
Anzug 425 217,30
Miete 1.150 587,99
Rente 1.875 958,67
Gehalt 4.890 2.500,22
Jahresurlaub, 4 Pers. 6.723 3.437,42
Autokauf 32.478 16.605,74
Darlehensrückzahlung 95.350 48.751,68
Hauskauf 343.700 175.731,01
EINKAUFEN
2 WERDEN BEI DER EURO-UMSTELLUNG DIE PREISE STEIGEN?
Der Handel ist grundsätzlich frei in seiner Entscheidung, welchen
Preis er für eine Ware ansetzt. Deshalb befürchten Pessimisten,
die Umstellung auf Euro werde allgemein zu einer Preiserhöhung
führen: Der Handel werde die Gelegenheit nützen, um alle Preise
ein wenig nach oben zu korrigieren. Wer so argumentiert, kennt den gnadenlosen
Preiskampf im Einzelhandel nicht. Es ist ebenso wahrscheinlich, daß
der Konkurrenzkampf dazu führen wird, daß die Preise etwas
gesenkt werden, so oft es sich anbietet.
Der Verbraucher, der sich vor "Umstellungs-Mogeleien" schützen
will, muß drei Dinge unterscheiden:
Erstens: Die Umrechnung von D-Mark in Euro ist exakt vorgeschrieben
und muß von allen eingehalten werden. Das gilt nicht nur im Supermarkt,
sondern für alle vertraglich vereinbarten Zahlungen und Leistungen.
Hier darf kein Jota vom offiziellen Umrechnungsschlüssel abgewichen
werden.
Zweitens: In der Marktwirtschaft gilt grundsätzlich freie Preisgestaltung.
Ein Anbieter von Waren oder Dienstleistungen kann im Prinzip den Preis
verlangen, den der Markt hergibt. Hier regelt allein der Wettbewerb
die Preise. Also: Die Höhe der Preise regelt das Spiel der Kräfte
von Angebot und Nachfrage, aber die Auszeichnung der Preise in D-Mark
und Euro muß korrekt erfolgen.
Drittens: Bei öffentlich festgesetzten Gebühren, z.B. für
Parken oder Müllabfuhr, gibt es zwar keinen freien Wettbewerb.
Das Gebot korrekter Umstellung von nationalen Währungseinheiten
auf Euro gilt aber auch für den öffentlichen Sektor. Eine
Behörde kann also nicht die Umstellung auf Euro als Begründung
für eine Erhöhung der Gebühren für öffentliche
Dienstleistungen nehmen. Anpassungen können dennoch dort nötig
werden, wo durch die Umstellung aus sinnvollen glatten Beträgen
umständliche krumme Preise werden, z. B. im öffentlichen Nahverkehr
oder für Parkuhren.
Für Handel und Verbraucher können bei der Umstellung auf Euro
durchaus ein paar Probleme entstehen. Eines davon ist die Festsetzung
von Blickfangpreisen, die bisher auf Mark- oder Pfennigbeträge
von 9 oder 99 lauten: DM 0,99 oder 4,99 oder 9,99 oder 99,-- oder 399,--.
Jeder kennt diese "psychologischen" Preise, die signalisieren
sollen, man könne besonders preiswert einkaufen. Bei der Umstellung
auf Euro ergeben sich aber Preise, die optisch viel weniger attraktiv
sind. Ein paar Beispiele: Ein DM-Preis von 0,99 ergibt einen Europreis
von 0,51. Blickfangpreise entstehen daraus entweder durch eine Preissenkung
auf 0,49 oder eine Erhöhung auf 0,59. Der Konkurrenzdruck wird
in diesem Fall eher zur Preissenkung als zur Erhöhung führen.
EURO-FAHRPLAN
3 WIE LANGE GELTEN D-MARK UND EURO PARALLEL?
Entscheidendes Merkmal des Zeitplans ist die stufenweise Einführung
des neuen Geldes mit einer dreijährigen Übergangszeit: Als
Buchgeld gilt der Euro seit dem 1. Januar 1999, als Bargeld kommt er
am 1. Januar 2002. Bis dahin gilt die D-Mark weiter als gesetzliches
Zahlungsmittel. Termine, die Sie kennen sollten:
1. Januar 1999 - Der Euro-Geburtstag. Seit dem 1. Januar 1999 ist die
europäische Währung in Kraft, wir leben im Euroland. Wächter
über den stabilen Euro ist die Europäische Zentralbank mit
Sitz in Frankfurt am Main. Ihr vorrangiges Ziel ist die Sicherung der
Preisstabilität. Für die Bürger kommt die Umstellung
in Etappen. Dem Euro begegnet man noch nicht immer, aber immer öfter.
Im bargeldlosen Zahlungsverkehr (z.B. Überweisungen, Schecks, Kreditkarten)
können Sie jetzt den Euro verwenden. Bis Ende 2001 können
Sie auch weiterhin mit der gewohnten D-Mark bezahlen.
1. Januar 2002 - Die Bargeldpremiere. Ab dem 1. Januar 2002 werden die
neuen Scheine und Münzen des Euro an den Bankschaltern ausgegeben.
Der Euro wird dann alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel sein. Sämtliche
Bank- und Sparkonten, die bis dahin noch auf D-Mark lauten, werden automatisch
auf die neue Währung umgestellt. Auch Briefmarken gibt es jetzt
nur noch in Euro. Die D-Mark wird jedoch nicht "über Nacht"
aus dem Verkehr gezogen.
1. März 2002 - Das Ende des DM-Bargeldumlaufs.. In den Monaten
Januar und Februar 2002 läuft die heiße Phase des Umtauschs.
Dann werden im deutschen Einzelhandel und von den Kreditinstituten Scheine
und Münzen noch in D-Mark und schon in Euro angenommen und herausgegeben.
Am 1. März 2002 gibt es nur noch Euro und Cent im Geldbeutel. Wer
danach noch DM-Bargeldbestände findet, braucht sich keine Sorgen
zu machen. Der Umtausch wird bei den Landeszentralbanken und ihren Zweigstellen
noch Jahre später möglich sein.
VERBRAUCHER
4 WAS ÄNDERT SICH IM EURO-ALLTAG?
Für Verbraucher ergeben sich seit dem 1. Januar 1999 wichtige Neuerungen.
Die Grundregel im Umgang mit Euro und D-Mark bis zum 31. Dezember 2001
heißt: "Kein Zwang, keine Behinderung". Das bedeutet,
niemand darf bis dahin gezwungen werden, den Euro zu verwenden, z.B.
auch nicht bei Rechnungen. Aber Euro-Zahlungen (bargeldlos) sind seit
dem 1. Januar 1999 ungehindert möglich. Die Kreditinstitute schreiben
dem Empfänger den Betrag dann in D-Mark gut, wenn er nur ein DM-Konto
besitzt.
Doppelte Preisauszeichnung: Einzelhandel und Banken zeichnen die Preise
immer häufiger sowohl in D-Mark als auch in Euro aus, um die Kunden
allmählich an den Euro zu gewöhnen. Auf Preisschildern, Kassenbons
und Kontoauszügen werden immer mehr Beträge doppelt ausgewiesen.
Diese doppelte Preisauszeichnung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben,
sondern der Kernpunkt einer Vereinbarung zwischen Handel und Verbraucherverbänden.
Freiwillige Aktionen werden zu einem Pluspunkt im Wettbewerb um Kunden.
Bargeldloses Zahlen: Immer häufiger werden Verbraucher und Urlauber
im gesamten Euroland Geschäfte, Hotels und Tankstellen vorfinden,
die zum Bezahlen mit dem neuen Geld einladen: "Hier können
Sie mit Euro bezahlen". Dies kann bis zur Einführung des neuen
Bargelds am 1. Januar 2002 natürlich nur bargeldlos erfolgen, z.B.
mit Euroscheck, EC-Karte oder Kreditkarte.
Überweisungen: Es gibt seit einiger Zeit neue Überweisungsformulare.
Bitte beachten Sie beim Ausfüllen von Schecks und Überweisungen,
im Währungsfeld DM oder EUR richtig einzutragen. Andernfalls ist
der Auftrag nicht zu bearbeiten oder könnte falsch verbucht werden.
Bei Überweisungen ins Ausland muß, falls sie nicht schon
auf Euro lauten, entsprechend die Abkürzung der Währungseinheit
eingetragen werden, also FRF für den französischen Franc oder
NLG für den holländischen Gulden.
Preistransparenz: Die Währungsunion sorgt europaweit für bessere
Vergleichbarkeit der Preise. Dadurch können die Verbraucher in
Zukunft beim Einkaufen Geld sparen.
Girokonto: Banken und Sparkassen haben mit Beginn der Währungsunion
auf DM und Euro umgestellt, das heißt, sie können alle Buchungen
in einer der beiden Währungsbezeichnungen vornehmen. Dem Kunden
ist es bis Ende 2001 überlassen, ob er sein Konto von DM auf Euro
umstellen will oder nicht. Mit Beginn des Jahres 2002 werden dann alle
Konten, die noch auf DM lauten, automatisch auf Euro umgestellt. Man
behält dabei seine alte Kontonummer.
VERTRÄGE UND GESETZE
5 MÜSSEN VERTRÄGE NEU VERHANDELT WERDEN?
Nein. Verträge gelten weiter, D-Mark-Beträge werden ab dem
Jahr 2002 nach dem am 31. Dezember 1998 unwiderruflich festgelegten
Umrechnungskurs automatisch in Euro umgerechnet.
Für alle Verträge gilt aber der von der EU verordnete Grundsatz
der Vertragskontinuität. Das heißt: Alle Verträge gelten
nach Beginn der Währungsunion und nach Einführung des Euro-Bargelds
unverändert weiter. Keine Vertragspartei kann mit Hinweis auf die
Währungsunion erklären, damit sei die Geschäftsgrundlage
für einen abgeschlossenen Vertrag entfallen und der Vertrag müsse
gekündigt oder geändert werden. Also keine Bange: Auch hier
ändert sich nichts. Ein Hausbesitzer kann seinen Mietern nicht
wegen des Euro die Miete erhöhen oder kündigen, ein Vertrag
über eine Lebensversicherung oder eine Bausparsumme ändern
sich nicht, der Arbeitsvertrag ist nicht in Gefahr, ein Ratenvertrag
muß eingehalten werden. Allerdings gibt es auch den Grundsatz
der Vertragsfreiheit: Wenn beide Parteien es wollen, können sie
jeden Vertrag auf freiwilliger Basis ändern oder kündigen,
sofern die im Vertrag dafür vorgesehenen Formen und Fristen eingehalten
werden.
Bei der Einführung des Euro bleiben nicht nur Verträge unverändert
gültig, sondern daneben auch Rechtsvorschriften, Verwaltungsakte,
gerichtliche Entscheidungen, einseitige Rechtsgeschäfte, Zahlungsanweisungen
wie Schecks und alle anderen Vereinbarungen mit Rechtswirkung. Wenn
in einem Vertrag Summen oder Beträge in D-Mark genannt sind, gelten
dafür automatisch die entsprechenden Summen oder Beträge in
Euro, und zwar exakt zum offiziellen Umrechnungskurs von 1,95583 DM
für einen Euro und nach offizieller Regel gerundet.
Ein Beispiel: Man hat eine Hypothek auf seinem Haus und zahlt monatlich
DM 1.265,-- an Zins und Tilgung. Zum festgelegten Kurs umgerechnet ergibt
sich nun eine monatliche Rate von 646,78 Euro.
BAUEN UND WOHNEN
6 WAS ÄNDERT SICH FÜR "HÄUSLEBAUER" UND MIETER?
Der Zeitpunkt, auf ein Eigenheim zu sparen oder in eigene vier Wände
zu ziehen, ist heute günstiger denn je. Die europäische Währungsunion
startet in einer Phase der Preisstabilität und historisch niedriger
Zinsen. Dadurch wird für viele ein Eigenheim erst erschwinglich.
Das ist ein Pluspunkt für alle, die demnächst in ihre eigenen
vier Wände ziehen wollen. Besonders für junge Familien stellen
die staatlichen Prämien einen zusätzlichen Anreiz dar.
Bausparverträge gelten zu den gleichen Bedingungen weiter wie vorher.
Mit der Umstellung auf den Euro ändert sich an der Gültigkeit
und am Inhalt nichts. Sie können also ihr Bauspardarlehen zum vereinbarten
Zins in Anspruch nehmen. Entsprechendes gilt für Hypothekenverträge.
Ab dem Jahr 2002 wird die Tilgung in Euro erfolgen, dadurch ändert
sich aber die Belastung durch die Hypothek nicht.
Immobilien als Kapitalanlage: Immer wenn die Angst vor Geldentwertung
Konjunktur hat, wird die Frage akut: Ist es nicht sicherer, sein Geld
in Sachwerten anzulegen? Aufgepaßt bei Offerten, in denen das
Geschäft mit der Angst vor möglicher Geldentwertung beim Euro
betrieben wird. Oft dienen sie nur dazu, um von überteuerten Preisen
und versteckten Pferdefüßen abzulenken. Lassen Sie sich nicht
beirren. Treffen Sie die Entscheidung für oder gegen eine Immoblie
so, wie Sie auch ohne Währungsumstellung handeln würden. Wer
nur aus Angst vor vermeintlichen Inflationsgefahren die Flucht in Sachwerte
antritt, kann leicht in eine Falle geraten. Vorsicht, wenn Ihnen unter
Hinweis auf angebliche Inflationsrisiken spekulative Immobiliengeschäfte
angeboten werden. Es gibt keine Veranlassung, vor dem Euro auszuweichen.
Denn die europäische Währungsunion ist als Stabilitätsgemeinschaft
konzipiert.
Mieter: Die Mehrheit der Deutschen wohnt nach wie vor zur Miete. Sind
Mieter bei der Euro-Umstellung geschützt? Ja. Für manchen
Vermieter könnte die Einführung des Euro ein Vorwand sein,
die Miete zu erhöhen oder nachteilige Klauseln in den Mietvertrag
einzubauen. Der Gesetzgeber hat hier einen Riegel vorgeschoben. Es gilt
"Vertragskontinuität", d.h. das Gesetz schützt bestehende
Absprachen und Verträge. Niemand kann sich wegen der Umstellung
auf das neue Geld auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage berufen.
Außerdem ist es dem Vermieter untersagt, Gebühren für
den Umstellungsaufwand zu verlangen. Sie fallen unter die Verwaltungskosten,
die nicht auf die Mieter abgewälzt werden dürfen.
Eine Änderung bringt allerdings die Währungsunion bei Neuabschluß
von Mietverträgen über Wohnraum: Seit dem 1. Januar 1999 ist
die Koppelung des Mietpreises an den Preisindex der Lebenshaltung in
Ausnahmefällen erlaubt. Achtung: Diese Mietanpassung ist nur bei
sehr langfristigen Mietverträgen (mindestens 10 Jahre) möglich.
Die Einzelheiten schreibt das Gesetz zur Regelung der Miethöhe
vor.
GELDANLAGE
7 WAS WIRD AUS MEINEN ERSPARNISSEN?
Am Wert von Ersparnissen und Finanzanlagen ändert der Währungsumtausch
nichts. Die Sparer verlieren nichts von ihrem Vermögen, die Kreditnehmer
müssen ihre Schulden wertgleich tilgen. Guthaben und Schulden werden
nach dem unveränderlichen Kurs 1 Euro = 1,95583 D-Mark umgerechnet.
Mit anderen Worten: Die Kaufkraft der Ersparnisse ändert sich nicht,
da auch Löhne, Renten, Preise, Zinsen und alle anderen Geldbeträge
exakt nach dem gleichen Kurs umgerechnet werden. Die wichtigsten Merkposten
im Überblick:
Sparkonten: In der Übergangszeit von Januar 1999 bis Ende 2001
können Bankkunden ihre Konten und Sparbücher auf Wunsch in
Mark oder Euro führen. Es gilt Wahlfreiheit nach dem Grundsatz:
"Kein Zwang, keine Behinderung". Aber niemand braucht zwei
Konten zu führen, die Banken rechnen automatisch für Sie um.
Wenn im Jahr 2002 der Euro alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel wird,
rechnet die Bank oder Sparkasse das bisherige D-Mark-Guthaben automatisch
in Euro um, und zwar auf den Cent genau. Die Umstellung ist gebührenfrei.
Sparbriefe: Es gibt eine Fülle von Varianten bei dieser Sparform,
die in der Regel eine mehrjährige Laufzeit aufweist. Am 1. Januar
2002 wird auf Euro umgestellt. Am Ende der Laufzeit wird der ursprünglich
vorgesehene D-Mark-Betrag wertgleich in Euro ausgezahlt. Die längerfristige
Festlegung über das Jahr 2002 hinaus ist kein Problem für
Sparer. Die derzeit niedrigen Zinsen auf Guthaben sprechen nicht gegen
festverzinsliche Sparbriefe. Denn unter dem Strich ist die Realverzinsung
entscheidend, also der Abstand zwischen Zinsen und Inflationsrate. Und
hier sieht es gut aus: Der Preisauftrieb ist gegenwärtig europaweit
auf einem Tiefstand und beträgt in allen Euro-Teilnehmerländern
weniger als 2 Prozent, mancherorts weniger als ein Prozent.
Lebensversicherung: Für Millionen von Bürgern sind Lebensversicherungen
ein wichtiger Bestandteil der Alterssicherung. Die Prämienrechnungen,
garantierten Versicherungsleistungen und Überschußbeteiligungen
werden spätestens 2002 auf den Euro umgestellt. Der Wert der Lebensvcrsicherung
bleibt im vollen Umfang garantiert. Wer seine Police in D-Mark abgeschlossen
hat, braucht seine Dispositionen wegen der Euro-Einführung nicht
zu verändern.
Festverzinsliche Wertpapiere: Anleihekäufer haben sich bereits
auf den Euro eingestellt. Öffentliche Anleihen des Bundes oder
der Länder werden seit Januar 1999 nur noch in Euro aufgelegt.
Das gilt auch für die anderen Euroländer. Wer heute also Staatsanleihen
kaufen möchte, kann sich im ganzen Euroland nach den günstigsten
Angeboten umsehen und perfekt vergleichen. Alles Europreise, keine Wechselkursrisiken.
Anleihen, Pfandbriefe etc. werden wie alle anderen Geldwerte wertneutral
umgerechnet. Sind auf dem Wertpapier DM-Beträge genannt, so gelten
für Zins und Tilgung automatisch die entsprechenden Beträge
in Euro, umgerechnet exakt auf Euro und Cent nach dem festgelegten Kurs.
Ein Umtausch in neue Mäntel (also Urkunden) und Bögen (Zinsscheine)
ist nicht nötig. Die Verpflichtungen des Emittenten und die Rechte
des Besitzers bleiben unverändert. In allen Vertragsdokumenten
ist die Bezeichnung DM automatisch als Euro zu lesen, als Eurobetrag
gilt der Betrag, der sich durch Umrechnung nach dem festgelegten Kurs
und den offiziellen Regeln ergibt. Vor dem Jahr 2002, also vor der Ausgabe
von Euro-Bargeld, werden dem Besitzer Zinsen oder Tilgungen auf sein
Konto entweder in Euro oder DM überwiesen, je nachdem, ob sein
Konto noch in DM geführt wird oder er eine Umstellung auf Euro
beantragt hat. Nach dem 1. Januar 2002 wird nur noch in Euro und Cent
bezahlt.
Aktien: Seit dem 4. Januar 1999 haben die Börsen in Euroland die
Kursnotierungen auf Euro umgestellt. Die Orders auf dem Börsenparkett
werden seither ausschließlich in Euro abgegeben. Nicht geändert
haben sich Börsenbarometer, z.B. Dax und EuroStoxx, weil die in
Punkten geführt werden. Die Gutschrift von Dividenden erfolgt bis
Ende 2001 nach Wahl des Aktionärs schon in Euro und Cent oder in
Mark und Pfennig. Ab dem 1. Januar 2002 wird hier die Umstellung auf
das neue Geld abgeschlossen sein.
Der Euro ist für Anleger attraktiv: Sie können Aktien und
Anleihen ohne Währungsrisiko in allen 11 Euroländern auswählen.
In Zukunft wird Euroland hinter den USA weltweit über den zweitgrößten
Finanzmarkt verfügen.
REISEN
8 MACHT DER EURO DEN URLAUB BILLIGER?
Mit Euro und Cent in der Tasche wird das Reisen in die Nachbarländer
bequemer. Das wird ein ganz neues Urlaubsgefühl: Man sitzt auf
Mallorca im Restaurant und zahlt am Schluß mit derselben Währung
wie zuhause. Kein Grübeln mehr, ob das Essen und Trinken nun preiswert
oder teuer war. Der Preis in Euro macht den Vergleich mit den Preisen
daheim einfach. Die beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen gehören
zum Euroland. Es geht um viel Geld, das ab 2002 nicht mehr gewechselt
werden muß. Die vielen deutschen Mittelmeerurlauber begrüßen,
daß auch Italien, Spanien und Portugal zu den 11 Euro-Teilnehmern
gehören. Bis Ende 2001 müssen wir noch D-Mark für den
Auslandsurlaub umtauschen, auch wenn er in Euroland liegt. Wenn Sie
im Urlaub Rechnungen bargeldlos bezahlen, z.B. mit Kredit- oder EC-Karte,
werden Sie auch in der Übergangszeit bis 2002 mehr und mehr die
Möglichkeit haben, in Euro zu zahlen. Zumindest in den großen
Urlaubszentren wird sich alles, was mit Tourismus zu tun hat, schon
bald auf den Euro einstellen: Preise in Euro angeben, Schecks in Euro
akzeptieren. Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe der Schweiz
hat angekündigt, daß der Euro als Zahlungsmittel willkommen
sei.
Die Banken verlangen noch eine Gebühr fürs Wechseln, da sie
entsprechende Kosten haben. Spätestens ab dem Jahr 2002 wird aber
der Urlaub billiger: Mit der Einführung des neuen Bargeldes entfallen
die bislang hohen Umtauschgebühren. Dieses Geld steht dann ungeschmälert
für den Urlaub zur Verfügung.
Der Wegfall der Währungsgrenzen ist ein zusätzlicher Impuls
für die Tourismusindustrie. Europaweit arbeiten in dieser Wachstumsbranche
9 Millionen Menschen - mit steigender Tendenz. Der Euro begünstigt
auch den Fremdenverkehr in Deutschland. In Zukunft bleiben Hotels und
Gaststätten böse Überraschungen erspart, die sich aus
massiven Abwertungen einiger Nachbarländer in der Vergangenheit
ergeben haben. Weil das den Urlaub dort plötzlich verbilligte,
blieben deutschen Ferienorten häufig die Gäste weg. Die Reiseveranstalter
rechnen in den kommenden Jahren mit einem schärferen Preiswettbewerb.
Denn der Euro schafft einen gläsernen Markt. Das dürfte den
Urlaubern in Form günstiger Preise zugute kommen. Auch für
Schnäppchenjäger kommen bessere Zeiten: Veranstalter aus allen
Euroländern können bald ihre in Euro ausgezeichneten Kataloge
problemlos in deutschen Reisebüros anbieten. Die vollkommene Preistransparenz
in Euroland wird es überdies viel einfacher machen, Angebote aus
verschiedenen Ländern miteinander zu vergleichen: Ist das Drei-Sterne-Hotel
mit Meerblick in Portugal preiswerter als in Sizilien oder in Irland?
Denn auch dann, wenn das Geldwechseln nicht mehr nötig sein wird,
bleibt es dabei, daß der Euro in einem Land mehr Kaufkraft hat
als in einem anderen, weil die Lebenshaltungskosten unterschiedlich
sind. Auch die Buchung übers Internet wird immer beliebter, denn
der Euro schafft Preisklarheit bei ausländischen Angeboten. Alles
in allem besteht kein Zweifel: Der Euro macht den Urlaub billiger.
STEUERN
9 AB WANN MUSS ICH DIE STEUERERKLÄRUNG IN EURO ABGEBEN?
Steuerbescheide in Euro haben einen leider nur optischen Vorteil: Die
zu zahlenden Beträge sind halb so groß wie in D-Mark, die
Belastung aber bleibt gleich: dem Wert nach sind ja beide Beträge
gleich.
Auf das Ausfüllen von Steuerformularen in Euro statt in DM müssen
die meisten Bürgerinnen und Bürger allerdings warten, bis
die Erklärungen für das Jahr 2002 fällig werden. Der
öffentliche Sektor wird nämlich in der Übergangszeit
von 1999 bis Ende 2001 noch nicht auf Euro umstellen, sondern erst zum
1. Januar 2002.
Das heißt: Einkommensteuererklärungen für Zeiträume
bis 31. 12. 2001 sind in DM abzufassen, auch wenn sie erst danach eingereicht
werden. Für Zeiträume ab 1. 1. 2002 ist dann der Euro zu verwenden.
Für Unternehmen gelten etwas andere Regeln. Sie können Anmeldungen
und Voranmeldungen für bestimmte Steuern bereits für Zeiträume
ab 1. 1. 1999 wahlweise in DM oder Euro abgeben, und zwar für die
Umsatz- und die Lohnsteuer. Für Körperschaftssteuern gilt
dagegen das gleiche wie für die Einkommensteuer: Euro erst für
Veranlagungszeiträume ab 1. 1. 2002, bis dahin in DM.
VERBRAUCHERSCHUTZ
10 WIE WERDEN DIE VERBRAUCHER GESCHÜTZT?
Die wichtigste Verbrauchernachricht zuerst: Die Kaufkraft ändert
sich durch die Einführung des Euro nicht. Alles was in Geld ausgedrückt
wird, zum Beispiel Löhne, Renten, Sparguthaben, Schulden, Mieten
und Preise, wird nach dem festgelegten Kurs in die neue Währung
umgerechnet.
Bei der Umrechnung werden in der Praxis oft "krumme Beträge",
z.B. 199,97 Euro oder 200,03 Euro herauskommen. Das wird dazu führen,
daß die Anbieter früher oder später auf- oder abrunden.
Dabei befürchten viele Verbraucher, daß die Währungsumstellung
zu verkappten Preiserhöhungen genutzt wird. Wird die Tauschaktion
an der Kasse zur Täuschaktion? Hier geben Experten der Sparkassen
Entwarnung: "Wegen des scharfen Wettbewerbs im Einzelhandel ist
damit zu rechnen, daß öfter nach unten als nach oben korrigiert
werden muß." Zudem hat sich der Handel in einer Erklärung
mit den Verbraucherverbänden zur Preistransparenz verpflichtet.
Preisgefühl. Bei der Umstellung auf den Euro ist es ist wie im
Auslandsurlaub. Man braucht einige Zeit, um in der neuen Währung
ein richtiges Preisgefühl zu entwickeln. Wie können sich Verbraucher
an den Euro gewöhnen? Hilfreich ist die dreijährige Übergangszeit.
Verbraucher kennen ab dem 1. Januar 1999 den feststehenden Umrechnungskurs
D-Mark/Euro, aber können noch weitere drei Jahre lang in D-Mark
bezahlen. Alle, die mit Geld zu tun haben, müssen den Verbrauchern
die Eingewöhnung erleichtern. So drucken die Banken die Kontoauszüge
parallel in D-Mark und Euro aus. Auch im Einzelhandel ist eine doppelte
Preisauszeichnung hilfreich. Sie wird aber in Deutschland nicht gesetzlich
vorgeschrieben. Freiwillige Aktionen werden jedoch zu einem Pluspunkt
im Wettbewerb um Kunden.
Fälschungssicherheit. Mancher Betrüger hofft vielleicht auf
das Jahr 2002: Die Bürger sind mit der neuen Währung noch
nicht vertraut und werden deshalb auf Falschgeld leichter hereinfallen.
Die Umstellung auf das neue Geld muß deswegen dazu genutzt werden,
den neuesten und höchsten Standard bei der Fälschungssicherheit
zu wählen. Diese Aufgabe wird von der Europäischen Zentralbank
(EZB) erfüllt. Diese Frankfurter Währungsexperten streben
ein Höchstmaß an Fälschungssicherheit an: "Die
europäischen Banknoten werden eine technische Ausstattung erhalten,
die die am weitesten entwickelten Sicherheitsmerkmale enthält,
um Fälschungen zu verhindern und die verschiedenen Benutzergruppen
dabei zu unterstützen, Falschgeld leicht zu erkennen." Zu
den modernen Sicherheitstechniken gehören Sicherheitsfaden, lichtreflektierende
Folien und Druckbesonderheiten. Darüber muß die Öffentlichkeit
bei der Einführung genauestens unterrichtet werden, um Falschgeld
schnell und leicht erkennen zu können.
Senioren-Schutz. Ältere Leute sind nicht selten sehbehindert, in
der Europäischen Union sind etwa 7 Millionen, vor allem ältere
Menschen, nur eingeschränkt sehfähig. Eine Grundvoraussetzung
für ihre Selbständigkeit besteht in der Fähigkeit, trotzdem
leicht mit Geld umzugehen. Das ist wichtig für die Gestaltung der
Euro-Banknoten. Die deutliche Unterscheidung der Farben wird von manchen
gut Sehenden als zu grell empfunden, für Sehbehinderte ist sie
ein Stück Lebenshilfe. Auch andere Elemente, z.B. deutliche tastbare
Farbreliefs, werden beim Erkennen der Geldnoten helfen.
EUROPÄISCHE ZENTRALBANK
11 WER WACHT ÜBER EINEN STABILEN EURO?
Dieses Wächteramt ist der Europäischen Zentralbank (EZB) in
Frankfurt am Main anvertraut. Sie ist mit großer Unabhängigkeit
und einem klaren Stabilitätsauftrag ausgestattet. Die Kompetenz
für die Politik des stabilen Geldes liegt beim Rat der Europäischen
Zentralbank. In diesem Spitzengremium sind die Chefwächter der
Währungsunion versammelt. Dort laufen die Fäden zusammen,
um die Geldpolitik der Gemeinschaft festzulegen, Devisengeschäfte
zu führen, die offiziellen Währungsreserven zu halten und
für das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu sorgen.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Europäischen Zentralbank aus
der Sicht der Bürger: Die neuen Euro-Banknoten, die ab dem 1. Januar
2002 an den Schaltern erhältlich sind, werden von der EZB genehmigt
und zusammen mit den nationalen Zentralbanken ausgegeben.
Das entscheidende Qualitätsmerkmal ist die Unabhängigkeit
der Zentralbank von politischen Weisungen jeder Art. Der Maastrichter
Vertrag legt diese Weisungsunabhängigkeit klipp und klar fest.
Die verantwortlichen Banker dürfen keinerlei "Weisungen von
Organen oder Einrichtungen der Gemeinschaft, Regierungen der Mitgliedstaaten
oder anderen Stellen einholen oder entgegennehmen." Zugleich wird
die Notenpresse zur politikfreien Zone erklärt. Es ist tabu, "die
Mitglieder der Beschlußorgane der Europäischen Zentralbank
oder der nationalen Zentralbanken bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben
zu beeinflussen." Die Europäische Zentralbank ist dreifach
unabhängig:
Institutionelle Unabhängigkeit. Die im Europäischen Zentralbankrat
vertretenen nationalen Notenbanken und die EZB müssen unabhängig
sein.
Operative Unabhängigkeit. Die EZB hat Freiheit bei Auswahl und
Einsatz der geldpolitischen Instrumente, um den Stabilitätsauftrag
zu erfüllen.
Personelle Unabhängigkeit. Die Mitglieder des Rats der EZB, bestehend
aus geschäftsführenden Direktoren und nationalen Notenbankpräsidenten,
werden für eine lange Amtsperiode berufen. Die Direktoren werden
für acht Jahre berufen, Wiederwahl ist ausgeschlossen. Der Bundesbankpräsident
und seine europäischen Kollegen werden für mindestens fünf
Jahre ernannt und können wiedergewählt werden.
Der politische Zugriff auf die Euro-Bank wird durch ein weiteres Verbotsschild
abgewehrt. Es ist der Europäischen Zentralbank ausdrücklich
untersagt, einzelnen Regierungen oder EU-Institutionen Kredite zur Finanzierung
von Haushaltsdefiziten zur Verfügung zu stellen. Das ist eine Wegfahrsperre
gegen unsolide Haushaltspolitik, ein fest zugedrehter Hahn, der sich
nicht öffnen läßt, um Staatsschulden zu machen. Diese
solide Regelung hat sogar die Deutsche Bundesbank überzeugt. Sie
hat ein positives Urteil abgegeben und sieht der Stabilität des
Euro mit Zuversicht entgegen: "Insbesondere das Statut für
das künftige Europäische Zentralbanksystem dürfte die
rechtliche Grundlage dafür schaffen, daß die Geld- und Währungspolitik
in der Währungsunion stabilitätsorientiert geführt werden
kann".
In das Direktorium der Europäischen Zentralbank können nur
ausgewiesene Fachleute berufen werden, die allesamt eine Gewähr
dafür leisten, daß Preisstabilität oberstes Anliegen
der Zentralbank bleibt:
Erster Präsident ist der Niederländer Wim Duisenberg, früher
unter anderem Zentralbankchef in den Niederlanden und Präsident
des Europäischen Währungsinstituts, das die Errichtung der
EZB vorbereitete. Er ist bekannt als Verfechter eines konsequenten Stabilitätskurses.
Die fünf weiteren Mitglieder des Direktoriums der EZB sind:
Sirkka Hämäläinen aus Finnland, 30 Jahre lang in der
finnischen Zentralbank tätig, zuletzt als Präsidentin; sie
hatte als "eiserne Lady" der Stabilitätspolitik großen
Einfluß darauf, daß Finnland zu einem Musterland unter den
Kandidaten für die Währungsunion wurde.
Otmar Issing aus Deutschland, ein anerkannter Wirtschaftswissenschaftler,
vor seiner Berufung in die EZB Mitglied des Direktoriums der Deutschen
Bundesbank und ihr Chefvolkswirt, bekannt als überzeugter Verfechter
einer konsequenten Stabilitätspolitik.
Christian Noyer aus Frankreich, Vizepräsident der EZB, früher
unter anderem Direktor des französischen Schatzamtes.
Tommaso Padoa-Schioppa aus Italien, früher unter anderem Generaldirektor
bei der EG-Kommission, danach stellvertretender Generaldirektor der
italienischen Zentralbank und später Präsident der italienischen
Börsenaufsichtsbehörde.
Eugenio Domingo Solans aus Spanien, früher unter anderem Mitglied
des Exekutivkomitees der spanischen Zentralbank.
Kandidaten für das Direktorium der EZB müssen Persönlichkeiten
sein, die in Währungs- oder Bankfragen anerkannt und erfahren und
außerdem Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der Eurozone
sind. Sie werden von den Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten
auf Empfehlung des Ministerrats einvernehmlich ausgewählt und ernannt.
Zuvor stellen die Kandidaten sich einer Anhörung durch das Europäische
Parlament. Die Amtszeit des Direktoriums beträgt acht Jahre. Eine
erneute Ernennung nach Ablauf der Amtszeit ist nicht zulässig.
Die Rolle des Europäischen Parlaments bei der Besetzung der "Chefposten"
in der Europäischen Zentralbank beschrieb Karl von Wogau, Vorsitzender
des Wirtschafts- und Währungsausschusses im Europäischen Parlament:
"Der wichtigste Garant für die Stabilität der europäischen
Währung ist die Europäische Zentralbank. Voraussetzung dafür,
daß sie dieser Erwartung gerecht werden kann, ist allerdings ihre
Unabhängigkeit. Der Ausschuß für Wirtschaft und Währung
des Europäischen Parlamentes hat vor der endgültigen Ernennung
des Direktoriums der Zentralbank eine Anhörung der Kandidaten durchgeführt,
und den vorgeschlagenen Präsidenten, den Vizepräsidenten und
die übrigen vier Mitglieder des Direktoriums in öffentlichen
Sitzungen befragt und anschließend eine Stellungnahme zu ihrer
Eignung für diese Aufgabe abgegeben. Dabei wurden die Kandidaten
auf "Herz und Nieren" geprüft, sowohl persönlich
als auch fachlich". Das Europäische Parlament ist ein öffentliches
Forum, in dem die Abgeordneten mit dem Präsidenten der Europäischen
Zentralbank über die Geldpolitik, die Wirtschaftslage und die Wirtschaftsentwicklung
in der Europäischen Union debattieren. Dazu Christa Randzio-Plath,
Vorsitzende des Unterausschusses Währung im Europäischen Parlament:
"Eine Kultur des monetären Dialogs muß die Währungsunion
prägen. Sie ist ... nur über das Europäische Parlament
herstellbar. Vierteljährlich finden daher regelmäßige
monetäre Dialoge mit der EZB im Unterausschuß Währung
des Europäischen Parlaments statt".
Stabilitätspolitik im Praxistest: Die ersten praktischen Erfahrungen
mit der Geldpolitik der neuen Europäischen Zentralbank liegen inzwischen
vor. Kurz vor dem Start der Währungsunion hat der Europäische
Zentralbankrat Ende 1998 folgende Ziele seiner Geldpolitik definiert:
- Preisstabilität heißt, daß die Verbraucherpreise
im gesamten Euro-Raum gegenüber dem Vorjahr um weniger als 2 Prozent
steigen und diese Steigerungsrate mittelfristig, also über mehrere
Jahre, beibehalten werden kann;
- Um die Wirtschaft mit dem nötigen Geld zu versorgen, ohne das
Ziel der Preisstabilität zu gefährden, soll die Geldmenge
nur um den Referenzwert von 4 ½ Prozent wachsen. Dabei wird ein
mittelfristiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2 bis 2 ½
Prozent angenommen.
BUNDESBANK
12 WAS WIRD EIGENTLICH AUS DER BUNDESBANK?
Die Bundesbank wird - überspitzt formuliert - zu einer Zweigstelle
der Europäischen Zentralbank. Die Deutsche Bundesbank in Frankfurt
am Main und neun Landeszentralbanken (LZB) bleiben bestehen, haben aber
erheblich an Macht und Einfluß verloren.
Bisher hat der Zentralbankrat, also das Gremium aus dem Direktorium
der Bundesbank und den Präsidenten der LZBs, die Geldpolitik in
Deutschland bestimmt. Er hat jetzt nur noch ausführende Funktion.
Das Recht, die Geld- und Währungspolitik zu bestimmen, ist nun
an die Europäische Zentralbank (EZB) und den EZB-Rat übergegangen.
Im EZB-Rat ist der Präsident der Deutschen Bundesbank vertreten.
Entsprechend ist auch das Gesetz über die Deutsche Bundesbank geändert
worden. Dort wird in § 3 die neue Aufgabe der Bundesbank so beschrieben:
"Die Deutsche Bundesbank ist als Zentralbank der Bundesrepublik
Deutschland integraler Bestandteil des Europäischen Systems der
Zentralbanken. Sie wirkt an der Erfüllung seiner Aufgaben mit dem
vorrangigen Ziel mit, die Preisstabilität zu gewährleisten,
und sorgt für die bankmäßige Abwicklung des Zahlungsverkehrs
im Inland und mit dem Ausland. "Die Bundesbank und die Landeszentralbanken
sind also auf Weisung der EZB für die praktische Abwicklung der
Geldversorgung in Deutschland verantwortlich. Zentralbankgeld der EZB
fließt über die nationalen Zentralbanken in die Wirtschaft.
Die Bundesbank kann überdies wie früher Geschäfte mit
Drittstaaten außerhalb der Euro-Zone und mit Organisationen außerhalb
der EU machen und mit ihren Gold- und Devisenreserven in bestimmten
Grenzen arbeiten. In der Übergangszeit von 1999 bis Ende 2001 hat
die Bundesbank das alleinige Recht, auf D-Mark lautende Banknoten auszugeben.
Die Bundesbank ist, wie alle nationalen Zentralbanken der EU-Staaten,
nach einem festgelegten Schlüssel am Kapital der EZB von 5 Milliarden
Euro beteiligt und hat darüber hinaus einen Teil ihrer Devisenreserven
der EZB übertragen. Der Anteil der Bundesbank daran beträgt
24,4 %, bezogen auf alle 15 EU-Staaten.
Die Bundesbank kann auch weiterhin alle Geschäfte ausführen,
die den nationalen Zentralbanken durch das Statut des ESZB erlaubt sind.
Gewinne daraus werden mit den Gewinnen der anderen Zentralbanken zusammengeführt
und dann wieder nach dem Schlüssel ihrer Kapitaleinlagen bei der
EZB an die nationalen Zentralbanken überwiesen. Bis zur Einführung
von Euro-Bargeld werden die sog. monetären Einkünfte der Bundesbank
ihr voll zugerechnet. Sie wird also weiterhin Gewinne an die Bundesregierung
überweisen.
STABILITÄTSPAKT
13 WIE WIRD AUF DAUER FÜR STABILITÄT GESORGT?
Manche befürchten, die Stabilität sei nur beim Beginn der
Währungsunion gewährleistet. Was aber ist, wenn einzelne Teilnehmer
später aus der Stabilitätsgemeinschaft ausbrechen und in die
alte Verschuldungsmentalität zurückfallen? Diese Furcht ist
unbegründet, denn der Maastrichter Vertrag schlägt hier feste
Pflöcke ein, die Stabilitätsgemeinschaft wird sozusagen rechtsverbindlich
eingezäunt. Dieser Stabilitätszaun besteht aus folgenden Eckpfosten:
Budgetdisziplin. Der Vertrag sieht feste Spielregeln vor, um die Währungsunion
auf Dauer vor übermäßigen Haushaltsdefiziten einzelner
Teilnehmer zu schützen und die Haushaltsdisziplin zu sichern. Die
Staats- und Regierungschefs haben auf dem Madrider Gipfel 1995 diesen
Punkt erneut hervorgehoben: "Die Haushaltsdisziplin ist sowohl
für den Erfolg der Wirtschafts- und Währungsunion als auch
für die Akzeptanz der einheitlichen Währung in der Öffentlichkeit
von wesentlicher Bedeutung." Damit kann die stabilitätsorientierte
Geldpolitik der Europäischen Zentralbank nicht durch eine unsolide
Finanzpolitik einzelner Staaten unterlaufen werden. Die Europäische
Zentralbank darf keine Kredite an staatliche Stellen vergeben, um Haushaltslöcher
zu stopfen. Der Vertrag schließt aus, daß für die Schulden
eines Mitgliedslandes die Europäische Union oder ein EU-Partner
haftet. Klartext: Wir müssen nicht für die Schulden anderer
EU-Partner aufkommen, derartige Befürchtungen sind gegenstandslos.
Die finanzpolitischen Konvergenzkriterien - also Obergrenzen für
das Haushaltsdefizit und den Schuldenstand des Staates - gelten nach
dem Eintritt in die europäische Währungsunion auf Dauer fort.
Die Einhaltung wird regelmäßig überwacht. Der EU-Ministerrat
für Wirtschaft und Finanzen ging am 1. Mai 1998 noch einen Schritt
weiter: "Je größer die Schuldenquoten der teilnehmenden
Mitgliedstaaten sind, desto mehr müssen sie sich anstrengen, um
diese Quoten zu verringern." Außerdem sollen gute wirtschaftliche
Bedingungen zur Haushaltskonsolidierung genutzt werden, um in guten
Zeiten zu einem ausgeglichenen Haushalt zu gelangen. Die EU-Finanzminister
erhoffen sich davon ein günstigeres Umfeld für Wachstum, ein
höheres Maß an Beschäftigung und größeren
sozialen Zusammenhalt in Europa.
Stabilitätspakt. Hauptzweck ist die dauerhafte Sicherung einer
soliden Haushaltspolitik der Euro-Teilnehmer. Ein ausgefeiltes System
von Sanktionen zielt auf eine Doppelwirkung bei der Haushaltsdisziplin:
Vorbeugung und Abschreckung. Ein Frühwarnsystem sorgt für
die rechtzeitige Überwachung der Schuldenentwicklung. Wenn ein
Mitgliedstaat bei der Neuverschuldung die 3%-Marke überschreitet,
löst die EU-Kommission automatisch das Haushaltsüberwachungsverfahren
aus. Das erhöht das Abschreckungspotential. Ausnahmen von dieser
3%-Regel gibt es nur bei außergewöhnlichen Ereignissen, z.B.
Naturkatastrophen, oder einer schweren Rezession. Nur bei einem sehr
starken Wachstumseinbruch, einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts
um 2% oder mehr, wird dem betroffenen Land eine Ausnahme ohne weiteres
zugestanden. Bleibt bei einer mittleren Rezession die Schrumpfung unterhalb
von 2%, kann der Rat eine Ausnahme gewähren, wenn das betroffene
Land dafür gute Gründe nachweist. Der Ermessensspielraum ist
stabilitätsgerecht begrenzt. Bei einer leichten Rezession (das
Bruttoinlandsprodukt schrumpft um weniger als 0,75%) gibt es keine Gnade
für Haushaltssünder.
Wer sein übermäßiges Haushaltsdefizit nicht angeht,
wird mit einem "Blauen Brief" abgemahnt. Wenn der Haushaltssünder
sein Budget nicht in Ordnung bringt, werden Sanktionen eingeleitet.
Zunächst ist eine Stabilitätseinlage fällig, das heißt
es muß ein hoher Geldbetrag bei der Europäischen Kommission
zinslos hinterlegt werden. Nach weiteren zwei Jahren wird die zinslose
Einlage in eine endgültige Strafe umgewandelt, wenn das übermäßige
Haushaltsdefizit nicht korrigiert wurde. Die Geldbuße fließt
den Euro-Ländern zu, die kein übermäßiges Defizit
aufweisen. Die Höhe der Sanktionen steht fest: Sie beträgt
0,2% des BIP als Sockelbetrag und eine zusätzliche proportionale
Komponente, die von der Überschreitung des 3%-Referenzwertes abhängig
ist und maximal 0,5% des BIP erreicht. Das ist ausreichend hoch, um
abschreckend zu wirken. Beispiel: 0,2% des BIP wären in Deutschland
ungefähr 7,5 Milliarden Mark. Der Stabilitätspakt sieht damit
im Extremfall Strafen in Milliardenhöhe vor. Eine derartige Geldbuße
für Haushaltssünder ist weltweit ohne Beispiel.
ARBEITSPLÄTZE
14 VERÄNDERT DER EURO DIE ARBEITSWELT IN EUROPA?
Der Euro startet zu einem Zeitpunkt rasanter Globalisierung der Wirtschaft.
Das weltweite Zusammenwachsen der Märkte für Waren, Dienstleistungen
und Kapital ist zum bestimmenden Faktor der weltwirtschaftlichen Entwicklung
geworden. Das ist eine Chance für Europa. Die erste Bewährungsprobe
hat die europäische Währungsunion bereits bestanden: Der Euro
hat 1998 die Volkswirtschaften der Europäischen Union vor den globalen
Finanzkrisen weitgehend geschützt und damit Arbeitsplätze
in Europa gesichert. Er erweist sich als Schutzschild gegenüber
internationalen Turbulenzen.
Der Euro verbindet die Europäer enger als je zuvor. Die Währungsschranken
sind gefallen, die 11 Euroländer sind nun gezwungen, stärker
an einem Strang zu ziehen. Das gilt vor allem für die Überwindung
der Arbeitslosigkeit in Europa. Deutschland will während seiner
Präsidentschaft in der Europäischen Union im ersten Halbjahr
1999 einen europäischen Beschäftigungspakt ausarbeiten und
die nationalen beschäftigungspolitischen Maßnahmen eng verzahnen.
Kann die Währungsunion dazu beitragen, neue Arbeitsplätze
zu schaffen? Die Einführung des Euro wirkt weder direkt als Job-Knüller
noch als Job-Killer. Sie verbessert aber unter den Bedingungen der Globalisierung
langfristig die Chancen für den Erhalt von Arbeitsplätzen
und die Schaffung neuer Stellen. Der Euro gehört zu den unverzichtbaren
Vorbereitungen der Europäer auf das 21. Jahrhundert. Er ist für
die Modernisierung unserer Wirtschaftsstrukturen unerläßlich.
Dazu einige Hinweise:
Export-Bonus. In Deutschland hängt etwa jeder vierte Arbeitsplatz
vom Export ab. Fast zwei Drittel seines Außenhandels treibt die
deutsche Wirtschaft mit EU-Partnern. Zur Festigung des Wirtschaftsstandorts
Deutschland und zur Verteidigung der Position als Export-Europameister
im neuen Jahrhundert sind wir Deutschen besonders stark auf offene Märkte
und berechenbare Währungsrelationen angewiesen. Dazu brauchen wir
den Euro!
Arbeitsplatz-Sicherung. Wechselkursschwankungen mit Abwertungen in den
Nachbarländern haben das exportorientierte Deutschland immer wieder
Tausende von Arbeitsplätzen gekostet. Denn der Aufwertungskurs
der D-Mark verbilligt Importe und verteuert Exporte. Die Währungskrisen
der vergangenen Jahre waren Störenfriede für Wachstum und
Export, Abwertungen in den Partnerländern Jobkiller großen
Stils. Unter den Teilnehmern der gemeinsamen Währung sind Auf-
und Abwertungen ausgeschlossen. Das macht viele Arbeitsplätze sicherer.
Globalisierungs-Effekte. Die europäische Währungsunion ist
eine strategische Antwort auf die Globalisierung. Europa 2000: Die Globalisierung
wird zu einem Mega-Trend, der die Welt verändert. Die Weltwirtschaft
wächst immer schneller zusammen, die internationalen Finanzmärkte
kennen keine Grenzen mehr, der weltweite Wettbewerb der Standorte wird
schärfer. Immer mehr Anleger agieren global, nationale Regierungen
und Notenbanken riskieren, daß ihnen die Kontrolle über das
Wirtschaftsgeschehen aus der Hand genommen wird. Der Ausweg heißt
Europa: Die Euro-Länder werden in ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik
noch stärker als bisher zusammenarbeiten, um das Potential der
Wirtschafts- und Währungsunion für mehr Beschäftigung
und Wachstum entschlossen zu nutzen. Mit der neuen Währung verschaffen
wir der europäischen Wirtschaft eine stärkere Stellung im
internationalen Handel. Europäische Unternehmen werden künftig
weitaus häufiger ihre internationalen Geschäfte in Euro tätigen
können. Langfristige Perspektive über das Jahr 2000 hinaus:
Der Standort Europa wird zu einer Zone der politischen und wirtschaftlichen
Stabilität und gewinnt internationale Attraktivität.
Europäische Mobilität. Das Leben in Euroland verstärkt
langfristig den Trend zur europaweiten Mobilität. Besonders junge
Menschen werden sich immer stärker und immer selbstverständlicher
im gesamten Euroland bewegen. Das gilt für Bildung und Ausbildung,
Praktika und Jobs, Studium und Urlaub. Die offenen Grenzen im europäischen
Binnenmarkt und das gemeinsame Geld bieten neue Perspektiven. Die Bildungsprogramme
der Europäischen Union erleichtern den Weg ins Ausland. Ziel: Möglichst
viele junge Europäer sollen einen Teil ihrer Ausbildung in einem
anderen Land absolvieren. Nur dann werden sie von den neuen Chancen
im Euroland profitieren können. Fremdsprachenkenntnisse, Studien-
und Arbeitserfahrungen in einem Nachbarland sind ein Plus für jeden
Stellenbewerber. Für alle, die mehr wissen wollen: Die Broschüre
"Europa für junge Leute" mit Tips zu Bildung und Ausbildung
kann kostenlos bestellt werden beim Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung.
GLOBALISIERUNG
15 WELCHE ROLLE WIRD DER EURO IN DER WELTWIRTSCHAFT SPIELEN?
Der Euro hat das Potential, sich zu einer Währung mit Weltgeltung
zu entwickeln. Wenn man in diesem Jahrhundert von einer Weltwährung
gesprochen hat, dann meinte man für die Zeit vor dem Zusammenbruch
des Britischen Empire das Pfund Sterling, für die Zeit nach 1945
den US-Dollar. Weltwährung, das ist eine Währung, in der die
meisten Zahlungen im internationalen Handel abgewickelt werden, weil
bereits in den Lieferverträgen eine Summe in dieser Währung
vereinbart worden ist, eine Währung, die von den Zentralbanken
überall in der Welt als Reserve gehalten wird, eine Währung,
an deren Kursentwicklung sich andere Währungen binden, indem sie
ihre Auf- und Abwertungen und die innerstaatliche Zinsentwicklung an
diese Leit- oder Ankerwährung koppeln.
Ein Wirtschaftsraum, dessen Währung eine Weltwährung ist,
hat Vorteile davon. Für europäische Unternehmen dagegen hat
die Abhängigkeit vom Dollarkurs Risiken gebracht, die vor allem
mit den Schwankungen der Wechselkurse und mit Auf- oder Abwertungen
zusammenhängen. Der Euro aber ist heute schon einheitliche Währung
für 290 Millionen Menschen (USA: 270 Millionen Einwohner).
Mit der Währungsunion ist der zweitgrößte Kapitalmarkt
der Welt nach den USA entstanden. Nirgendwo außerhalb den USA
gibt es so große Aktien- und Rentenmärkte für eine Währung.
Der Euro kann eine wichtige Anlagewährung werden..
Der Euro kann neben dem Dollar auch als Transaktionswährung (Handelswährung)
eine größere Rolle spielen, denn da der Außenhandel
des Euro-Raums den der USA übertrifft, werden auch Fakturierungen
in der Einheitswährung Euro üblich werden. In Mittel- und
Osteuropa könnte der Euro die wichtigste Handelswährung werden.
Wenn der Euro als Handelswährung erst einmal eine ähnlich
Rolle wie der Dollar spielen wird, wird auch seine Bedeutung als Reservewährung
zunehmen. Bisher macht der Dollar weltweit mehr als die Hälfte
aller Währungsreserven der Zentralbanken aus. Desgleichen wird
die Rolle des Euro als Reservewährung wachsen, wenn er für
andere Währungen die Funktion einer Leit- oder Ankerwährung
übernimmt.
UMSTELLUNGSKOSTEN
16 WAS KOSTET DIE EINFÜHRUNG DES NEUEN GELDES?
Der Übergang von der D-Mark auf den Euro ist ein großes Projekt
zur Vorbereitung auf das 21. Jahrhundert. Und wie alle großen
Zukunftsinvestitionen hat sie ihren Preis. Allerdings kann heute noch
niemand genau sagen, wieviel das am Ende auf Euro und Cent genau kosten
wird, es gibt lediglich Schätzungen.
Kosten entstehen zum Beispiel durch Umstellung der Buchhaltung und der
EDV-Programme, durch Schulungsmaßnahmen von Personal, Druck neuer
Formulare und Preislisten, durch die Anpassung von Frankiermaschinen,
Kassen und Automaten sowie von Scannern zum automatischen Einlesen von
Preisen, durch doppelte Preisauszeichnung und vieles mehr.
Andererseits haben die Unternehmen, die in Euroländer exportieren,
auch große Vorteile durch den Euro, die kostenentlastend wirken
wie Wegfall von Geldwechsel und Absicherung gegen Devisenkursschwankungen
usw.
Etwas anders sieht auf den ersten Blick die Rechnung für Branchen
aus, die ihre Umsätze überwiegend mit Inländern machen,
wie Einzelhandel, Gaststätten, Handwerk, Selbständige. Hier
stehen den Kosten der Umstellung (neue Kassen, neue Software, neue Preisauszeichnung
usw.) kaum berufsbedingte Kostenentlastungen durch den Euro gegenüber.
Aber auch sie können sich in dem größeren Wirtschafts-
und Währungsraum kostengünstigere Beschaffungsmöglichkeiten
erschließen und von der Kostenentlastung und den Expansionsmöglichkeiten
der Großunternehmen mit grenzüberschreitenden Aktivitäten
profitieren, wenn sie, was häufig der Fall ist, Zulieferer für
diese Unternehmen sind. Das gilt insbesondere für unsere mittelständische
Wirtschaft.
Freilich sind die Kosten der Umstellung auf Euro nicht als ein vom normalen
Geschäftsgang isolierter Posten zu sehen. Vielfach lassen sich
die Aufrüstung von Computern und Software koppeln mit einer ohnehin
fälligen Modernisierung, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Übergang
zum Jahr 2000. Auch die Umstellung auf das neue Jahrtausend kostet schließlich
Geld. Die Vereinten Nationen schätzen die Kosten dafür weltweit
auf einen Betrag bis zu 800 Milliarden Dollar !
Wer muß das alles letzten Endes bezahlen? Auf lange Frist gesehen
fließen natürlich alle Kosten, die Firmen entstehen, in die
Preise ein, denn niemand kann billiger verkaufen, als er produziert.
In vielen Fällen aber steht den entstehenden Kosten ein Posten
an Einsparungen gegenüber, der die Nachteile wettmacht oder sogar
überwiegt. Viele Produkte und Dienstleistungen können also
billiger werden und so dem Verbraucher einen Ausgleich schaffen, wenn
manches etwas teurer werden sollte..
Bleibt als Fazit: Die Kosten für die Umstellung auf den Euro fallen
nur einmal an, die Vorteile der Währungsunion aber bleiben uns
auf Dauer erhalten.
GELDDRUCK
17 WAS KOSTET DIE HERSTELLUNG DES NEUEN GELDES?
Wer Geld drucken will, muß erst einmal Geld aufwenden. Mit modernsten
drucktechnischen Verfahren versuchen Spezialisten, möglichen Fälschern
das Handwerk von vornherein zu erschweren. Der Druck eines Geldscheins
kostet die Bundesbank im Durchschnitt 15 Pfennig pro Schein. Ende 1998
waren in Deutschland 2,6 Milliarden Banknoten im Umlauf. Jeder Bundesbürger
hat im Durchschnitt ca 32 Scheine, die in der Tasche, in Kassen, Tresoren
und Automaten stecken. Die 290 Millionen Bürger in den 11 Euro-Ländern
verfügen zusammen über 10 Milliarden Geldscheine.
Es ist heute noch nicht möglich, die genauen Kosten für den
Druck der Euro-Scheine zu beziffern. Wenn man die Kosten der D-Mark-Herstellung
zugrunde legt, läßt sich folgender Betrag schätzen:
Der komplette Neudruck dieser 10 Milliarden Scheine für den gesamten
Euro-Raum wird etwa 1,5 Millarden D-Mark kosten, davon entfallen auf
Deutschland ca. 450 Millionen D-Mark.
Dazu kämen die Kosten für neue Münzen. Derzeit sind in
Deutschland rund 48 Milliarden Münzen im Umlauf und klingeln in
deutschen Geldbörsen, Kassen und Parkautomaten. Beispiel: Die Prägung
eines Markstücks kostet gut 16 Pfennig, auch für einen Euro
wird eine solche Summe erwartet. Der Ersatz von Mark und Pfennig durch
Euro-Kleingeld wird auf etwa zwei Milliarden Mark geschätzt. Insgesamt
entstehen durch die Umstellung auf Euro und Cent - Scheine und Münzen
zusammengenommen - rechnerisch gesehen allein in Deutschland Kosten
von rund 2,4 Milliarden Mark.
Aber: Unsere bisherigen Banknoten hätten sowie sowieso innerhalb
einiger Jahre ausgetauscht werden müssen. Beispiel: Ein Hunderter
hält vier bis fünf Jahre. Zwanziger und Zehner gehen eineinhalb
Jahre von Hand zu Hand, bis sie verschlissen sind und im Reißwolf
landen. Das muß also bei solchen Berechnungen berücksichtigt
werden.
ZUKUNFTSPERSPEKTIVE
18 WANN KOMMEN NEUE EURO-TEILNEHMERLÄNDER DAZU?
11 von 15 Ländern der Europäischen Union sind seit 1999 im
Euroland vereinigt. Es ist vorauszusehen, daß in den nächsten
Jahren auch die heute nicht beteiligten vier Länder hinzukommen
werden. Außerdem wird im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend
die Europäische Union in mehreren Etappen erweitert. In der ersten
Runde werden u.a. die Reformländer Ungarn, Polen und Tschechische
Republik erwartet. Einige Jahre später wird auch die Konvergenzprüfung
zur Währungsunion stattfinden. Die EU-Beitrittskandidaten erwerben
zugleich mit der "Eintrittskarte" in die Europäische
Union eine Option auf die Teilnahme am Euro, sobald sie die Maastricht-Kriterien
erfüllen. Dazu einige weitere Informationen:
Die vier Nachzügler. Dänemark und Großbritannien haben
sich ausbedungen, selbst entscheiden zu dürfen, ob und ab wann
sie der Euro-Zone beitreten. Sie haben sich 1997 dafür entschieden,
nicht gleich von Anfang an der Währungsunion anzugehören.
Schweden wurde 1998 nicht in die Konvergenzprüfung einbezogen.
Es hatte zuvor erklärt, den Euro noch nicht ab 1999 einzuführen.
Griechenland hatte im entscheidenden Zeitraum 1997 die strengen Eintrittsbedingungen
für die Währungsunion (Konvergenzkriterien) nicht erfüllt:
Zinsniveau, Inflationsrate Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung waren
zu hoch.
Inzwischen haben sich in allen vier Staaten ("Pre-ins" genannt,
also grob übersetzt: Vor-drin, nicht drin, aber davor) die Bedingungen
geändert. In Griechenland sinkt die Inflationsrate weiter, ebenso
sinken die Zinsen, das Haushaltsdefizit könnte für 1999 schon
im erlaubten Rahmen liegen, die Staatsschulden sinken. Das Land hofft,
noch im Laufe des Jahres 1999 alle Aufnahmebedingungen für die
Währungsunion zu erfüllen und 2001 der Euro-Zone beitreten
zu können.
In Dänemark hatte eine Volksabstimmung über den Maastrichter
Vertrag die Regierung gezwungen, eine Ausnahmeregelung auszuhandeln,
die es dem Land erlaubt, erst später an der Währungsunion
teilzunehmen, obwohl es alle Bedingungen dafür 1997 erfüllt
hatte. Nun muß eine neue Volksabstimmung darüber entscheiden,
ob Dänemark den Euro einführen wird. Sie wird voraussichtlich
im Jahr 2000 oder 2001 stattfinden.
In Großbritannien entscheidet die Regierung, ob und wann der Inselstaat
der Euro-Zone beitritt, muß den Aufnahmeantrag aber einem Volksentscheid
stellen. Der Regierungswechsel im Mai 1997 (die Labour-Regierung löste
die 17 Jahre lang regierenden Konservativen ab) und die wachsende Zustimmung
der britischen Unternehmen und Finanzwirtschaft lassen erwarten, daß
auch Großbritannien in Zukunft zur Euro-Zone gehören wird.
Auch in Schweden hat die Akzeptanz des Euro durch Bevölkerung und
Wirtschaft zugenommen, allerdings ergab eine Parlamentsabstimmung im
September 1998 im Riksdag noch keine Mehrheit für einen kurzfristigen
Beitritt zur Eurozone. Es ist aber möglich, daß Schwedens
Regierung sich noch vor Beginn des Jahres 2001 (dann übernimmt
Schweden für ein halbes Jahr die Präsidentschaft in der EU)
für einen Beitritt zur Währungsunion aussprechen und eine
Volksbefragung durchführen wird.
Der neue Wechselkursmechanismus (EWS II). Für das Verhältnis
des Euro zu Währungen von EU-Staaten, die der Währungsunion
noch nicht angehören, wurde ein Wechselkursmechanismus eingerichtet,
der in großen Teilen dem früheren Europäischen Währungssystem
(EWS) entspricht: Leitwährung ist der Euro, der seit 1. 1. 1999
die frühere Europäische Währungseinheit ECU (= European
Currency Unit) abgelöst hat. Für die Wechselkurse anderer
EU-Währungen werden Leitkurse zum Euro festgesetzt, die bei Bedarf
geändert werden können. Die Tageskurse dürfen von diesen
Leitkursen nur in einer Standard-Bandbreite von plus oder minus 15 %
abweichen, da nach erreichtem Konvergenzfortschritt kaum noch eine engere
Bandbreite vereinbart werden. Erreichen die Tageskurse diese Grenzen,
müssen die jeweiligen nationalen Zentralbanken und die Europäische
Zentralbank eingreifen (intervenieren), um mit Käufen oder Verkäufen
den Kurs der gefährdeten Währung zu stützen. Die EZB
ist von dieser Interventionspflicht aber befreit, wenn dadurch ihre
vorrangige Aufgabe, die Preisstabilität des Euro zu gewährleisten,
gefährdet würde. Änderungen der Leitkurse (als Auf- oder
Abwertungen gegenüber dem Euro) können auch von der EZB eingeleitet
werden. Die Teilnahme am Wechselkursmechanismus EWS II wird erwartet.
Seit 1. 1. 1999 nehmen die Dänische Krone (mit einer Wechselkurs-Bandbreite
von 2,25 %) und die Griechische Drachme am EWS II teil. Das Pfund Sterling
und die Schwedische Krone sind noch nicht in das EWS II eingebunden.
EURO UND DOLLAR
19 WELCHE ROLLE SPIELT DER AUSSENWERT DES EURO, Z. B. IM VERHÄLTNIS
ZUM DOLLAR ?
Der Euro wird an den internationalen Devisenbörsen gehandelt. Dabei
kommt es wegen der Veränderungen von Angebot und Nachfrage nach
Euro zu Kursschwankungen z.B. gegenüber der wichtigsten Weltwährung,
dem Dollar - nach oben oder auch nach unten. Solche Wechselkursschwankungen
sind nichts Neues und im übrigen normale volkswirtschaftliche Vorgänge.
Auch gegenüber der D-Mark vollzog der Dollar ein stetiges Auf und
Ab. Im Jahr 1960, mitten im deutschen "Wirtschaftswunder",
mußten für einen Dollar etwa 4,17 D-Mark bezahlt werden.
Zwanzig Jahre später kostete ein Dollar annähernd noch 1,82
D-Mark, um keine fünf Jahre später, im Jahr 1985 annähernd
drei D-Mark wert zu sein. 1995 stöhnte die stark exportabhängige
deutsche Industrie, als der Dollarkurs nur noch 1,43 D-Mark betrug.
Würde es etwas über die Stabilität oder den Wert des
Euro aussagen, wenn er gegenüber dem Dollar günstiger oder
auch ungünstiger notiert wird ?
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg,
sagt dazu,
daß der Wechselkurs einer Währung nur sehr begrenzt als Maßstab
für deren inneren Wert und ihre Stabilität herangezogen werden
könnte. Entscheidend für die Stabilität des Euro ist
vielmehr das Niveau der Preise.
Wenn sich bei etwaigen Kursverlusten des Euro gegenüber dem Dollar
die Kritiker wieder zu Wort melden, die sich in ihrer Ansicht bestätigt
fühlen, wonach der Euro nicht so stabil sei wie die D-Mark, so
hält ihnen der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt entgegen:
"Solche Kritik ist einfach Quatsch. Kurseinbußen sind nicht
ein Zeichen der Schwäche des Euro, sondern Zeichen für die
Stärke des Dollars." Es wäre im übrigen für
die EZB ein leichtes, so ihr Präsident Duisenberg, den Kurs des
Euro nach oben zu drücken. Fraglich ist nur, ob man das überhaupt
will; denn die EZB verfolgt kein Wechselkurshoch für den Euro..
Tatsache ist, daß z.B. ein höheres Zinsniveau oder ein Wirtschaftsboom
in den USA, auch Krisen in aller Welt die Anleger in den Dollar treiben
und damit seinen Preis erhöhen können. Wollte die EZB dieses
Zinsgefälle ausgleichen, müßte sie erhebliche Nachteile
für die Konjunktur und damit für die Arbeitsplätze in
Europa in Kauf nehmen: Kredite verteuerten sich und damit Investitionen.
Zum anderen sind die Euro-Länder nicht mehr in dem Maße vom
Dollar und dessen Kurs als internationaler Verrechnungseinheit abhängig.
Deutschland beispielsweise wickelt mehr als die Hälfte seines Außenhandels
innerhalb der Euro-Zone ab, etwa 70 % findet innerhalb der der EU statt,
hingegen nur ein Bruchteil des Im- und Exports mit Staaten außerhalb
Europas. Beim letzteren hilft ein starker Dollar sogar den Europäern
bei ihren Exporten. Ein etwas schwächerer Euro kann wie ein Konjunkturprogramm
wirken, da die in Euro berechneten Waren im Vergleich zu den in Dollar
berechneten Gütern etwas günstiger und damit wettbewerbsfähiger
geworden sind. Dem steht allerdings ein Nachteil gegenüber, wenn
die Importpreise bei einem schwächeren Euro steigen und einen Preis-
und Kostendruck auslösen.
Die Schwankungen des Dollarkurses sind für die meisten Euro-Volkswirtschaften
also von einer weniger großen Bedeutung als früher. Wichtiger
ist die Preisstabilität. Deren Sicherung ist das erklärte
Ziel der EZB. Und die ist in der EU so groß wie nie zuvor..
EUROPÄISCHE UNION
20 BRINGT DER EURO DYNAMIK IN DIE EUROPÄISCHE EINIGUNG?
Die Einführung des Euro ist der bislang größte Schritt
in der 50jährigen Geschichte der europäischen Integration.
Tatsache ist, daß in 50 Jahren Integration in Europa großartige
Projekte der Einigung auf wirtschaftlichem Gebiet verwirklicht wurden:
Zuerst eine Zollunion, dann einen Binnenmarkt mit offenen Grenzen und
nun eine Wirtschafts- und Währungsunion mit einheitlicher Währung.
Aber diese großen Erfolge wirtschaftlicher Integration waren bisher
nur von vergleichsweise bescheidenen Versuchen der politischen Einigung
begleitet. Die Europäische Union ist noch weit davon entfernt,
eine Politische Union zu sein, mit gemeinsamer Politik nach außen,
im Innern, in sozialen Bereichen, auf den Gebieten der Finanzen und
Steuern, der Bildung, der Kultur, der Beschäftigung und vielen
anderen Politikfeldern.
Aber die Euro-Einführung ist nicht der letzte Schritt auf der Reise
zur europäischen Einigung, andere Etappen werden folgen.
Der vorläufig letzte Schritt wurde am 1. Mai 1999 getan. An diesem
Tag trat eine weitere änderung des EU-Vertrages, der sog. Vertrag
von Amsterdam, in Kraft. Dort hatten sich die Staats- und Regierungschefs
auf ihrer Gipfelkonferenz im Juni 1997 nach längerer Vorarbeit
auf weitere Integrationsfortschritte in der Außen- und Sicherheitspolitik
sowie in den Bereichen Justiz und Inneres geeinigt.
Zu den Perspektiven der nächsten Jahrzehnte schreibt Altbundeskanzler
Helmut Schmidt: "Jetzt schaffen wir uns eine gemeinsame Währung.
Aber dann fehlt immer noch eine gemeinsame Außenpolitik, immer
noch fehlt eine gemeinsame Sicherheitspolitik. Und außerdem stehen
wir vor der Notwendigkeit, daß eine Reihe von Staaten im Osten
Mitteleuropas beitreten will und auch beitreten soll; dabei werden auf
allen Seiten die damit verbundenen Schwierigkeiten einstweilen weit
unterschätzt. Wir stehen auch vor der Aufgabe, daß, ehe die
Gemeinschaft von 15 auf 22 und später vielleicht auf noch mehr
Mitgliedstaaten ansteigt, erhebliche Schritte zur Entbürokratisierung
und zur Demokratisierung der Gemeinschaft notwendig sind. Das alles
kostet viel Zeit, bisher also knapp fünf Jahrzehnte. Es wird weitere
Jahrzehnte brauchen, bis das Gebäude vollständig ist. Die
Europäische Union wird erst tief im ersten Viertel des neuen Jahrhunderts
eine voll handlungsfähige Weltmacht sein - wenn inzwischen alles
gutgeht".
Vom Euro geht eine Dynamik aus für die weitere politische Einigung
Europas. Das Zusammenleben der Menschen im Euroland stärkt das
Gefühl der Zusammengehörigkeit über Grenzen hinweg.
EURO-ABC
KLEINES LEXIKON ZUR WÄHRUNGUNION
Außenwert
Der Wert einer Währung im Verhältnis zu einer anderen. Bleibt
bei festen Wechselkursen unverändert, unterliegt aber bei flexiblen
Kursen Schwankungen, die von unterschiedlichen Ursachen beeinflußt
werden können. Steigender Außenwert bedeutet Aufwertung,
sinkender Abwertung.
Bei Preisnotierung wird der Preis einer Einheit der Fremdwährung
genannt (z.B. 1 Dollar = 1,68 DM), bei Mengennotierung die Menge an
Fremdwährung, die man für eine Einheit der eigenen Währung
bekommt (z.B. 1 Euro = 1,16 Dollar).
Bargeld
Geld in Form von Banknoten und Münzen, das als gesetzliches Zahlungsmittel
zur Begleichung von Forderungen von jedermann im Währungsgebiet
angenommen werden muß. Der Annahmezwang ist für Banknoten
unbegrenzt.
Euro-Bargeld wird am 1. Januar 2002 in allen Ländern der Euro-Zone
eingeführt. Das Recht, die Ausgabe von Euro-Banknoten zu genehmigen,
liegt allein bei der EZB, das Recht zur Prägung von Münzen
haben die Mitgliedstaaten, die jedoch den Umfang der Ausgabe der Münzen
von der EZB genehmigen lassen müssen.
Basiszinssatz
Der Basiszinssatz ersetzt vom 1. 1. 1999 bis zum 31. 12. 2001 in allen
Rechtsinstrumenten, z.B. in Verträgen, den früheren Diskontsatz
der Bundesbank (Diskontsatz-Überleitungsgesetz). Der Basiszinssatz
wird jeweils zum 1. Januar, 1. Mai und 1. September jedes Jahres (erstmals
am 1. Mai 1999) an die Veränderungen des Zinssatzes für längerfristige
Refinanzierungsgeschäfte der EZB (LRG-Satz) angepaßt, sofern
sich dieser um mindestens 0,5 Prozentpunkte verändert hat.
Big Bang
"Großer Knall", im Englischen Bezeichnung für den
Urknall bei der Erschaffung der Welt. In Bezug auf die Währungsunion
die Einführung von Euro-Bargeld "auf einen Schlag", also
von heute auf morgen ohne längere Übergangsfristen, in denen
Euro und nationale Währungen nebeneinander gesetzliche Zahlungsmittel
bleiben.
Den Teilnehmerstaaten an der EWU ist es freigestellt, neben dem Euro
als Bargeld über einen längeren Zeitraum, der höchstens
sechs Monate dauern darf, die nationalen Währungseinheiten als
gesetzliche Zahlungsmittel beizubehalten.
Binnenmarkt
Wirtschaftsgebiet der 15 Mitgliedstaaten der EU, in dem die "vier
Freiheiten" gelten: Freiheit des Verkehrs von Personen, Waren,
Dienstleistungen und Kapital. Der Binnenmarkt ist wirtschaftlich gesehen
ein Raum ohne Binnengrenzen.
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Die Summe aller in einem Wirtschaftsgebiet (Staat) innerhalb eines Jahres
von allen am Wirtschaftsleben Beteiligten erstellten Güter und
Dienst-leistungen, gemessen an ihren Marktpreisen.
Buchgeld
Geld, das auf Konten bei Kreditinstituten gutgeschrieben ist oder durch
Kreditgewährung zur Verfügung steht und zur Auszahlung (Abheben
vom Konto, Buchgeld wird dadurch zu Bargeld) oder zur bargeldlosen Zahlung
von Konto zu Konto (durch Scheck, Überweisung, Lastschrift, Dauerauftrag)
verwendet werden kann.
Cent
Untereinheit vieler Währungen, vor allem im englischsprachigen
Teil der Welt. Abgeleitet vom lateinischen centum = hundert: der hundertste
Teil einer Währungseinheit.
Auch der Euro wird in hundert Cent geteilt. Cent-Münzen werden
im Wert von 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent geprägt.
Deutsche Bundesbank
1957 gegründete unabhängige Zentralbank (Notenbank) der Bundesrepublik
Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Bundesbank war bis Ende
1998 allein zuständig für die deutsche Geldpolitik und damit
verantwortlich für die Erhaltung der Kaufkraft der D-Mark im Inland.
Die im Bundesbank-gesetz geregelte Struktur der Bundesbank und ihre
Aufgaben (u.a. Unabhängigkeit, Vorrang der Preisstabilität)
war Vorbild für das Statut des ESZB.
Seit Beginn der Währungsunion ist die Bundesbank Teil des ESZB.
Die Verantwortung für die Geldpolitik in der Euro-Zone ist damit
auf das ESZB übergegangen.
Devisen
Fremdwährung in der Form von Buchgeld. Fremdwährung in Form
von Bargeld (Banknoten, Münzen) wird Sorten genannt.
Diskontsatz
Ein von der Deutschen Bundesbank bis zum Beginn der Währungsunion
festgesetzter Leitzins, der Einfluß hatte auf alle anderen kurzfristigen
Zinssätze (Geldmarktzinsen). Zum Diskontsatz konnten Geschäftsbanken
Wechsel bei der Bundesbank zum Zwecke der Geldbeschaffung hinterlegen
(Rediskont). Der Diskontsatz war eines der Mittel der Bundesbank im
Rahmen ihrer Geldpolitik zur Steuerung der Geldmenge.
Der Diskontsatz gehört nicht zum geldpolitischen Instrumentarium
der EZB.
Euro
Name der einheitlichen Währung in den Ländern, die an der
EWU teilnehmen. Der Euro ist in 100 Cent unterteilt.
Euro-11-Gruppe
Informelle Treffen der Finanzminister der elf an der Währungsunion
teilnehmenden Mitgliedstaaten der EU ohne Beschlußfähigkeit.
Euroland
Als Euroland wird inoffiziell das Gebiet der an der Währungsunion
teilnehmenden Mitgliedstaaten der EU bezeichnet. Der Begriff Euroland
setzt sich im Sprachgebrauch durch.
Europäische Zentralbank (EZB) und Europäisches System der
Zentralban- ken (ESZB)
Die EZB ist die zentrale Notenbank der an der Währungsunion teilneh-menden
Mitgliedstaaten der EU, die im Juni 1998 ihre Arbeit aufgenommen und
ihren Sitz in Frankfurt am Main hat. Die EZB bildet zusammen mit den
Notenbanken aller 15 EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken
(ESZB), kurz Euro-System genannt. Die EZB ist allein zuständig
für die Geldpolitik der an der Währungsunion teilnehmenden
Länder. Das sechsköpfige Direktorium der EZB und die Präsidenten
der elf nationalen Zentralbanken der Euro-Länder bilden den EZB-Rat,
das Beschlußgremium für die Geldpolitik. Das Direktorium
der EZB und die Präsidenten der Zentralbanken aller 15 EU-Staaten
bilden den Erweiterten EZB-Rat.
Aufgaben und Struktur der EZB und des ESZB sind im Maastrichter Vertrag
und einem diesem Vertrag beigefügten Protokoll geregelt.
Europäisches Währungssystem (EWS)
Seit 1979 bestehendes und Ende 1998 aufgelöstes Wechselkurssystem
zwischen Währungen der EU-Mitgliedstaaten. Für die am EWS
teilnehmenden Währungen wurden feste Wechselkurse vereinbart, die
bei Bedarf geändert werden konnten. Die Tageskurse der Währungen
untereinander konnten innerhalb festgelegter Bandbreiten schwanken.
Bei Ausschöpfung dieser Bandbreiten waren Interventionen der Zentralbanken
zur Stützung der Kurse vorschrieben. Als Bezugsgröße
für die festen Wechselkurse und als Recheneinheit in der EU wurde
die ECU geschaffen, eine Korbwährung aus Anteilen der Währungen
von Staaten, die vor 1995 der EU angehörten.
Die ECU wurde abgeschafft und im Verhältnis 1 : 1 in den Euro überführt.
Für das Verhältnis des Euro zu Währungen von EU-Staaten,
die nicht an der EWU teilnehmen, wurde ein neuer Wechselkursmechanismus
geschaffen (auch EWS II genannt). Seit Anfang 1999 nehmen am EWS II
die dänische Krone und die griechische Drachme teil.
Finanzmärkte
Die Gesamtheit der über Banken oder Börsen vermittelten Transaktionen.
Man unterscheidet zwischen dem kurzfristigen Geldmarkt und dem langfristigen
Kapitalmarkt.
Finanzpolitik
Im wesentlichen die Haushaltspolitik einer Regierung, also alle Maßnahmen,
die mit den Einnahmen und Ausgaben der öffentlichen Hand zusammenhängen.
Geldmenge
Die Gesamtsumme aller verfügbaren Geldbestände des Nichtbankensektors
eines Währungsgebietes zu einer bestimmten Zeit. Man unterscheidet
nach ihren Fristigkeiten verschiedene Geldmengen.
Geldpolitik
Alle Maßnahmen einer Zentralbank, die zum Ziel haben, eine Volkswirtschaft
ausreichend mit Geld zu versorgen.
Wichtigste Instrumente zur Steuerung der Geldmenge sind die Festlegung
kurzfristiger Zinssätze sowie Maßnahmen zur Vermehrung oder
zur Verringerung des Geldumlaufs.
Gesetzliches Zahlungsmittel
Geld, das aufgrund gesetzlicher Bestimmung innerhalb eines Währungsgebietes
jedermann annehmen muß, wenn damit finanzielle Verpflichtungen
erfüllt werden sollen. Banknoten müssen als Zahlungsmittel
unbegrenzt, Münzen nur in begrenzter Menge angenommen werden. Für
Euro- und Cent-Münzen ist die Menge auf 50 Stück bei einer
Einzelzahlung begrenzt.
Konvergenz
Als Konvergenz bezeichnet man die allmähliche Annäherung bestimmter
volkswirtschaftlicher Grunddaten und der entsprechenden Wirtschafts-,
Finanz- und Geldpolitiken der EU-Staaten in der Vorbereitungszeit der
Währungsunion (erste und zweite Stufe) und in der Währungsunion
(dritte Stufe).
Konvergenzkriterien
Im Maastrichter Vertrag festgelegte Bedingungen für die Teilnahme
an der Währungsunion; dabei wurden Referenzwerte für bestimmte
statistisch berechenbare ökonomische bzw. fiskalische Größen
festgesetzt, z. B. für die Inflationsrate, den Zinssatz für
Staatsanleihen, die Entwicklung des Wechselkurses der Währung,
die Höhe des Haushaltsdefizits und des Bestands an öffentlichen
Schulden.
Leitzins
Kurzfristiger Zinssatz, dessen Veränderung andere Zinssätze
beeinflußt. Als Leitzins bezeichnet man vor allem Zinssätze,
die von einer Zentralbank im Rahmen ihrer geldpolitischen Maßnahmen
festgesetzt werden können. Wichtigster Leitzins der Deutschen Bundesbank
war der Diskontsatz (Zinssatz zur Geldbeschaffung bei der Bundesbank
durch Hinterlegung von Wechseln).
Die EZB setzt keinen Diskontsatz mehr fest. Als Leitzinsen legt sie
die Zinssätze fest für Geschäfte mit bestimmten Fristen,
die Kreditinstitute zur Geldbeschaffung (Refinanzierung) oder zur Geldanlage
mit den Zentralbanken tätigen können.
Maastrichter Vertrag
Ein in Maastricht am 7. 2. 1992 unterzeichneter Vertrag der EG-Staaten
zur Gründung der Europäischen Union und zur Änderung
der Gründungsverträge der Europäischen Gemeinschaften,
der am 1. 11. 1993 in Kraft getreten ist. Der Maastrichter Vertrag verpflichtete
die Mitgliedstaaten der EU zu einer Konvergenzpolitik als Vorbereitung
der Währungsunion sowie zur Vollendung der Währungsunion in
drei Stufen bis spätestens 1. 1. 1999.
No bailout
"Bail out" heißt im Englischen das Hinterlegen einer
Kaution zur Freilassung eines Festgenommenen, im übertragenen Sinne
aber auch das Heraushelfen aus einer Patsche. Als "No-bailout"
wird eine Bestimmung des Maastrichter Vertrags bezeichnet, die festlegt,
daß kein Mitgliedstaat und auch nicht die Gemeinschaft der Staaten
für Schulden eines anderen Mitgliedstaates haftet oder aufkommen
muß.
Pre-Ins
So werden die EU-Staaten bezeichnet, die noch nicht an der Währungsunion
teilnehmen.
Stabilitäts- und Wachstumspakt
Eine im Juni 1997 von den Staats- und Regierungschefs der EU förmlich
gebilligte Verpflichtung zur Haushaltsdisziplin, wobei der EU eine Überwachungsfunktion
(Frühwarnsystem) der Haushaltslage und -politik und eine Befugnis
zur Verhängung von Strafen bei Nichteinhaltung der Haushaltsdisziplin
zugestanden wird. Der Pakt konkretisiert und präzisiert entsprechende
Bestimmungen des Maastrichter Vertrags.
TARGET
Ein für die Währungsunion entwickeltes grenzüberschreitendes
Zahlungssystem für Großbeträge zwischen Geschäftsbanken
und der EZB beziehungsweise den Zentralbanken im ESZB (Trans-European
Automated Real-Time Gross Settlement Express Transfer System).
Transaktionskosten
Kosten, die Privatleuten, Unternehmen oder Banken beim Umtausch einer
Währung in eine andere entstehen. Zu den reinen Gebühren für
den Umtausch kommen für Unternehmen weitere Kosten hinzu, z. B.
zur Absicherung des Risikos von Verlusten bei Veränderungen des
Wechselkurses in der Zeit zwischen Abschluß eines Vertrages und
Lieferung.
Übergangszeit
Die Zeit zwischen dem 1. 1. 1999 (Beginn der Währungsunion) und
dem 1. 1. 2002 (Einführung des Euro als Bargeld).
Wirtschafts- und Finanzausschuß (WFA)
Mit Beginn der Währungsunion eingesetzter Ausschuß mit beratender
Funktion. Er ersetzt den früheren Beratenden Währungsausschuß.
Der WFA hat die Aufgabe, die Wirtschafts- und Finanzlage der EU-Staaten
und der Gemeinschaft zu beobachten und darüber regelmäßig
Bericht zu erstatten, den Rat und die Kommission in Wirtschafts- und
Finanzfragen zu beraten und Stellungnahmen dazu abzugeben und mindestens
einmal jährlich die Lage hinsichtlich des Kapitalverkehrs und der
Freiheit des Zahlungsverkehrs zu überprüfen und darüber
einen Bericht zu erstatten. Jeder EU-Staat sowie die Kommission und
die EZB ernennen jeweils höchstens zwei Mitglieder des Ausschusses.
Abkürzungen:
BIP = Bruttoinlandsprodukt
ECOFIN-Rat = Ministerrat der EU für Wirtschaft (Economy) und Finanzen
ECU = European Currency Unit, Europäische Währungseinheit
EG = Europäische Gemeinschaft
EGKS = Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
EP = Europäisches Parlament
ESZB = Europäisches System der Zentralbanken
EU = Europäische Union
EURATOM = Europäische Atomgemeinschaft
EWR = Europäischer Wirtschaftsraum
EWU = Europäische Währungsunion
EWS = Europäisches Währungssystem
EZB = Europäische Zentralbank
MS = Mitgliedstaat(en)
WFA = Wirtschafts- und Finanzausschuß
WWU = Wirtschafts- und Währungsunion
EURO-TIP
(Hinweis zur Gestaltung: Die Euro-Tips werden als Tipzettel eingestreut,
ähnlich wie beim bisherigen Ratgeber Euro)
1) Service und Informationen zur gemeinsamen Währung bietet die
"Aktionsgemeinschaft Euro":
Aktionsgemeinschaft Euro
Service-Centrum
Poppelsdorfer Allee 44
53115 Bonn
Telefon 0180/321-2002
Fax 0228 / 981664
Email: service-centrum@aktionsgemeinschaft-euro.de
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2) Der direkte Draht für die Bürger rund um das Thema Euro
ist das "Euro-Bürgertelefon". Dort erhalten Sie persönliche
Auskunft und Beratung (24 Pfennig/Minute). Fachleute des Service-Centrums
der Aktionsgemeinschaft Euro antworten montags bis freitags von 09.00
bis 19.00 Uhr und samstags von 10.00 bis 14.00 Uhr. Rufen Sie an: 0180/321-2002.
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3) Die Umstellung der Konten auf Euro ist bei Banken und Sparkassen
seit Anfang 1999 möglich und erfolgt gebührenfrei. Protestieren
Sie als Kunde, wenn ein Finanzinstitut von Ihnen dafür Gebühren
verlangen will. Auch der Umtausch von D-Mark-Bargeld in Euro-Banknoten
Anfang 2002 wird kostenlos erfolgen.
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4) Bei allen bargeldlosen Zahlungen müssen Sie in der Übergangszeit
bis Ende 2001 angeben, in welcher Währungsbezeichnung Sie zahlen
wollen: in D-Mark oder in Euro. Alle Vordrucke, ob es nun Schecks, Überweisungsträger,
Vordrucke für Nachnahmesendungen oder Scheckpakete sind, weisen
neuerdings bei dem Feld für die Angabe des Betrages ein Feld für
die Währungsbezeichnung auf. Die gültigen Abkürzungen
sind DM oder DEM für D-Mark und EUR für Euro.
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5) Die unabhängige Europäische Zentralbank wacht über
die Stabilität des Euro. Wie das geschieht, kann man dort aus erster
Hand erfahren. Jahres- und Monatsberichte sind kostenlos erhältlich,
im Internet auch zum Herunterladen.
Europäische Zentralbank
Pressestelle
Postfach 16 03 19
60006 Frankfurt/Main
Tel. 069/13447455
Fax 069/13447404
www.ecb.int
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6) Mit dem Aussehen des neuen Geldes können Sie sich schon heute
vertraut machen. Ein Poster mit den Abbildungen der Euro-Scheine und
-münzen sowie eine Postkartenserie mit neuen Motiven können
Sie kostenlos anfordern bei: Bundesministerium der Finanzen, Referat
Öffentlichkeitsarbeit, Postfach, 53105 Bonn, Tel. 0228/6821796.
Auch im Internet kann man das neue Geld in Augenschein nehmen. Beispiel:
www.europarl.de (unter Rubrik Euro).
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7) Jede Industrie- und Handelskammer hat einen Eurogeld-Beauftragten
für Anfragen aus Wirtschaft und Mittelstand. Der Deutsche Industrie-
und Handelstag unterstützt mittelständische Unternehmen bei
der Umstellung auf das neue Geld. Ansprechpartner: Dr. Günter Lambertz,
Adenauerallee 148, 53113 Bonn, Tel. 0228/104-0.
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8) Beratung zum Euro leisten einige Verbraucherzentralen. Spezialisiert
auf Fragen rund um den "Grauen Kapitalmarkt" und zweifelhafte
Geschäftspraktiken sind die Experten in Berlin.
Verbraucherzentrale Berlin
Bayreuther Str. 40
10787 Berlin
Tel. 030/21485-0.
Fax 030/2117201
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9) Ein Service-Telefon des Bundesfinanzministeriums hilft allen weiter,
die Fachfragen zur Euro-Umstellung haben und kompetente Antworten, einschließlich
der gesetzlichen Bestimmungen, erwarten. Euro-Telefon: 030/20145555.
Schriftliche Anfragen an: EU-Informationsstelle des BMF, Scharnhorststr.
36, 10115 Berlin.
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10) Das Internet hilft beim Rechnen mit dem Euro. Euro-Rechner gibt's
zum Downloaden auf Ihren PC oder als Online-Währungsrechner. Mit
einem "Euro-Converter" umrechnen können Sie z.B. auf
dem Server der EU-Kommission. Adresse: www.europa.eu.int/eurobirth/index_de.html
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11) Hände weg von Medaillen, Sonderprägungen und Gedenkmünzen,
die den Anschein echter Euro-Münzen erwecken! Der Gesetzgeber hat
dem Verwechseln echter Euro-Münzen mit geldähnlichen Medaillen
einen Riegel vorgeschoben. Sammler-Medaillen und Marken dürfen
keine Abbildungen enthalten, die mit den Euro-Münzbildern übereinstimmen
oder ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.
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12) Alle Handwerksbetriebe, die Beratungsbedarf zur Währungsumstellung
haben, können sich an die Euro-Beauftragten ihrer Handwerkskammer
oder ihres Fachverbandes wenden. Ansprechpartner beim Zentralverband
des Deutschen Handwerks in Bonn ist Dipl.-Volkswirt Klauspeter Zanzig.
Telefon 0228/545-0.
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13) Mit dem Euro kommen auch neue Briefmarken. Sie können sich
darauf verlassen, daß die bisherigen Marken bis zum 31.12.2001
gültig bleiben. Nach dem jetzigen Stand ist der 1. Januar 2002
als Stichtag für die Ausgabe der neuen, auf Euro lautenden Briefmarken
vorgesehen. Die Vielfalt der Briefmarken wird sich in Euroland nicht
ändern. Die deutschen Briefmarken werden weiterhin die Herkunftsangabe
"Deutschland" tragen. Nur die Wertangabe wird von D-Mark und
Pfennig auf Euro und Cent umgestellt. Weitere Fragen beantwortet das
Kundentelefon der Deutschen Post: 01802/3333
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