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Und wiedereinmal haben sie es geschafft, die
(Spiel-)Mannen bei Ravensburger, den auf dem Brettspielmarkt
begehrten Titel des "Spiel des Jahres" einzuheimsen.
Diesmal jedoch liegen nicht Jahre zwischen dem Erringen dieser
Auszeichnung, nein, diesmal ist es lediglich ein Jahr her,
dass "Tikal" Ravensburger auch auf dem Spielemarkt wieder
ins Gespräch brachte. Denn die glanzvollen Zeiten von "Sagaland",
"Hase und Igel", "Heimlich & Co." und natürlich "Scotland
Yard" sind längst vorbei.
Wie nun könnte man im Hause Ravensburger dieses
Ereignis gebührend begehen? Genau: Mit einem Hörspiel zum
Spiel, denn wozu hat man schließlich seit letztem Jahr eine
hauseigene Hörspielabteilung?
Von dieser ist die hörspielhörende Gemeine
ja zwischenzeitlich einiges gewöhnt, man denke nur an die
Qualität von "Sieben Pfoten für Penny" oder "Animorphs". Dementsprechend
hoch dürften wohl auch die Erwartungen an ein Hörspiel zum
"Spiel des Jahres" gesteckt.
Diese werden auch nicht enttäuscht, im Gegenteil.
Sven Stricker (Regie und Redaktion), Peter Mennigen (Buch)
& Co. haben es geschafft, das Spielgeschehen lebendig
werden zu lassen. Hierzu haben sie die Hintergrundgeschichte
geschickt mit Krimi-, Märchen- und Comedyelementen angereichert.
Man muss jedoch sagen, dass das Geschehen im
Spanien des 11. Jahrhunderts vor allem von den Darstellern
getragen wird. Die gesamte Sprecherriege ist wirklich in Höchstform
und lässt die von ihnen verkörperten Personen zum Leben erwecken.
Allen voran schreitet hier ein Sprecher, dem
ich an dieser Stelle gerne - passend zum "Spiel des Jahres"
- den Titel "Sprecher des Jahres" verleihen möchte:
Robert Missler. Er ist in der Rolle des tollpatschigen Fernando
ein wahrer Ohrenschmaus. Seine humorvolle Darstellung gehört
zum besten, was ich jemals in einem Hörspiel gehört habe -
und dazu gehört schon sehr viel.
Aber auch die anderen Sprecherinnen und Sprecher
geben ihr bestes. Stellvertretend für sie sei hier Mark Seidenberg
in der Haupt- und Erzählerrolle genannt. Er, den der eine
oder andere vielleicht noch als Aki Kolumbus aus der in den
80er erschienenen maritim-Hörspielserie "Detektiv Kolumbus
& Sohn" kennt, ist in seinem Erzählerpart erstaunlicherweise
noch einen Tick besser als im eigentlichen Hörspielpart.
Alles in allem wird in knapp 55 Minuten ein
Mix an spannender und humorvoller Handlung, gepaart mit brillant
spielenden Sprechern geboten, der seinesgleichen sucht. Sollte
ich mich entscheiden, welches Hörspiel ich zu meinem "Hörspiel
des Jahres" erküren würde, meine Wahl fiele sofort auf "Torres".
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