Harald Greib
Berlin mit Bitte um Weisung

Geb., ca. 240 Seiten, 22 Euro

Mitteldeutscher Verlag

Subskription bei Bestellung bis zum 31.10.2005: 18 Euro
Voraussichtlicher Erscheinungstermin: 14.12.2005

Zum Bestellen bitte HIER klicken.

Eine Satire auf die Brüsseler Institutionen -
ein Roman über Idealisten und Karrieristen


Ein deutscher Diplomat in Brüssel, der keiner sein möchte. Seine Freundin Julia, die ihn wegen seines Gehalts heiraten möchte. Ein französischer Spitzenbeamter, der Spitze nur im Bereich ist sich Feinde zu machen. Sophie, von der Julia nichts weiß. Ein deutscher EU-Botschafter...


Das war zu der Zeit,
als Brüssel träumte

Wie funktioniert die Europäische Union? Wie werden die Entscheidungen, die unser Leben verändern, im EU-Verwaltungsdschungel getroffen? Wie arbeiten täglich die Macher Europas in Brüssel, um unser Wohl zu mehren und Schaden von uns abzuwenden?

Dieses Buch enthält zu diesen Fragen Antworten, die Europabegeisterte lieber nicht kennen würden.
Es ist kein Buch über die grossen und kleinen Skandale in Brüssel.
Es ist ein Buch über den täglichen Wahnsinn eines Systems - geschrieben von einem, der ihn zehn Jahre lang miterlebte.

Zur Geschichte:

Dr. Thomas Menzel, Diplomat an der deutschen Ständigen Vertretung in Brüssel, nimmt den Leser mit auf seiner Achterbahnfahrt durch die Absurditäten eines Systems, das der Kontrolle seiner Schöpfer entglitten ist.

Nur einen Aprilscherz wollte er sich erlauben:
Um seinen Alltag der endlosen Abfolge von Verhandlungen aufzulockern, präsentiert Thomas Menzel seinen europäischen Kollegen die angebliche Priorität der kommenden deutschen EU-Präsidentschaft.
Deutschland, so behauptet er, werde sich in den kommenden Monaten für die Schaffung einer Beobachtungsstelle für die Effizienz der europäischen Polizeizusammenarbeit einsetzen.
In Anbetracht der real existierenden, aber hoffnungslos nutzlosen europäischen Beobachtungsstellen Drogen bzw. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit fand er diesen Vorschlag ausreichend abwegig.

Jedoch wird der Scherz zu seiner Überraschung und seinem Entsetzen im französischen Innenministerium ernst genommen und dem deutschen Innenminister angeboten, ihn zum Gegenstand einer deutsch-französischen Initiative zu erheben.

Chaos, Kompetenzgerangel, Koordinationsmängel, Eitelkeiten, Karrieredenken und Kleinmütigkeit der beteiligten Personen in Paris, Brüssel und Berlin verwandeln diesen Aprilscherz in ein europäisches Anliegen, das, unabhängig vom Inhalt, als "europapolitisch bedeutsam und integrationsfördernd" zum Erfolg gebracht werden muß.

Als Thomas Menzel erkennt, daß sein Scherz ein Eigenleben entwickelt, setzt er sich an die Spitze der Bewegung und sichert sich mit Verfahrenstricks und unter Ausnutzung aller Absurditäten und diplomatischen Reflexe des Systems den Direktorenposten der neuen europäischen Behörde. Doch auf dem Europäischen Rat platzt sein Traum, als das System eine weitere, diesmal vom ihm nicht vorausgesehene Absurdität produziert.

An dieser Geschichte werden die Mechanismen in den Entscheidungszentralen der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten Deutschland und Frankreich sowie die Verhaltensweisen der in diesen Rahmen handelnden Personen dargestellt :
Zwang zum europäischen Kompromiß, politischer Aktionismus, Machtkämpfe um Zuständigkeiten und Posten, Harmonisierungsbestrebungen als Selbstzweck und zur Sicherung des Machtzuwachs der Europäischen Institutionen, Konzeptionslosigkeit, die sich hinter hohlen Phrasen, und Inkompetenz, die sich in aufgeblasener Sprache verbirgt.

Im ersten Nebenstrang der Geschichte entwickelt sich eine kurze Affaire mit der Praktikantin Julia zu einer festen Beziehung, als sie erkennt, daß ihr Thomas Menzel dank Auslandszuschlag, Mietkostenzuschuss und Aussichten auf den Direktorenposten ein materiell erfülltes Leben ermöglichen kann. Erst als ihm deutlich wird, dass sein Leben droht, in eine Richtung abzurutschen, in die er nie gewollt hat, gesteht er sich ein, das Sophie, die seine Werte teilt, viel besser zu ihm passt.
In diesen Nebenstrang ist sein Leben in dem Wohnprojekt "Neues Wohnen" eingearbeitet, in dem die aktuellen europapolitischen Probleme im Dreieck Kommission, Mitgliedstaaten und Bürger (Demokratiedefizit, Machtzentralisierung in Brüssel, fehlender Respekt vor nationalen und regionalen Besonderheiten, Grundrechtsgefährdung) auf das Dreieck Hausverwaltung, Hauseigentümer und Mieter übertragen und damit verständlich dargestellt werden.

In einem weiteren Nebenstrang "Gespräche in der Bierkneipe", diskutieren Thomas Menzel und der europaskeptische Journalist Jean Martin, der davon träumt, einen Schlüsselroman über die EU zu schreiben, über Europapolitik und die Strategien der Europäischen Kommission zur stetigen Machtvermehrung.

Zu vergleichbaren Büchern:

Es gibt keine.
Bisher im angelsächsischen Raum veröffentlichte europaskeptische Romane karikieren entweder EU- Absurditäten bis zur Unkenntlichkeit ("Aachen Referendum" , als Science Fiction angelegt, unterstellt der EU diktatorische Ziele) oder konzentrieren sich auf einen einzigen Skandal ("Rotten to the Core", über den Rinderwahnsinn) und vermitteln somit keinen Einblick in ein System, dem absurde Entscheidungen immanent sind.
"The Rotten Heart of Europe", ursächlich für den dem Buch eine gewisse Notorität sichernden Rausschmiss des Autors aus der Kommission, ist kein Roman, sondern eine Polemik eines Kommissionsbeamten gegen seine Kollegen.
Das bei btb erschienene "Brüsseler Spitzen" vermengt Altmännersexphantasien (vier Generaldirektoren teilen sich eine junge Maitresse) mit billigen EU-Klischees und glänzt vor allen Dingen mit Unkenntnis, so dass die Kritik an der EU nicht ernst genommen werden kann.

Eine hervorragende politikwissenschaftliche Analyse bietet Larry Siedentop im Penguin Verlag mit seinem Buch "Democracy in Europe". Was er theoretisiert, veranschaulicht mein Buch durch eine lesbare und spannende Geschichte.

Wer mein Buch liest, wird die EU verstehen und fürchten.

Leserstimmen

Bei nicht Java-fähigen Browsern bitte diese Buttons benutzen: